Neue Verbraucherinformation ab 15. Dezember 2005 / Stromkennzeichen zeigt den Energiemix / VDEW und dena präsentieren Konzept und Leitfaden
(Berlin) - Die deutschen Stromunternehmen führen eine neue Verbraucherinformation über den Energiemix ein: "Alle Stromkunden werden umfangreiche, aber übersichtlich gestaltete Informationen erhalten. Die Verbraucher wollen klar verständliche Angaben und keine Datenflut." Das erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin. Der Branchenverband stellte das neue Stromkennzeichen vor, das Mitte Dezember 2005 in Deutschland eingeführt wird.
"Viele Stromunternehmen haben ihren Kunden auch bisher schon Auskunft über den Erzeugungsmix gegeben", erläuterte Meller. Neu seien jetzt verbindliche Vorgaben des deutschen Gesetzgebers zur Stromkennzeichnung. Sie sind im Energiewirtschaftsgesetz festgelegt, das im Juli 2005 in Kraft trat und eine EU-Richtlinie umsetzt.
Vorarbeiten für bundesweit einheitlichen Standard
Die Stromwirtschaft habe sich frühzeitig für weitgehend einheitliche Standards bei der Stromkennzeichung eingesetzt. Meller: "In einer Kooperation mit der Deutschen Energie-Agentur (dena) wurde bereits 2003 der Dialog mit den maßgeblichen Interessengruppen aufgenommen. Unternehmen und Verbraucherorganisationen gehörten ebenso dazu wie drei Bundesministerien.
Es wurden praxisorientierte Lösungsvorschläge als Arbeitshilfe für die rund 900 Stromunternehmen in Deutschland entwickelt." Der knapp 60seitige VDEW-Leitfaden zeige eindrucksvoll, welchen Aufwand das Bilanzierungssystem erfordere.
Bundesweiter Energiemix zum Vergleich
"Das neue Stromkennzeichen veranschaulicht den Energiemix des einzelnen Stromlieferanten und zeigt zum Vergleich die entsprechenden bundesweiten Werte. Die Zusammensetzung des Stroms wird dabei in drei Segmente gegliedert: Kernkraft, erneuerbare Energien sowie fossile Brennstoffe", erklärte Meller. Das entspreche auch den in der EU empfohlenen Vorgaben. "Dem deutschen Gesetzgeber hat das allerdings nicht ausgereicht. Mit typisch deutscher Gründlichkeit", so Meller, "schreibt er zusätzliche Angaben über die CO2-Emissionen und den radioaktiven Abfall vor."
Für den bundesweiten Energiemix zur Stromerzeugung weist der VDEW 30 Prozent Kernkraft und zehn Prozent erneuerbare Energien aus. Fossile Brennstoffe wie beispielsweise Kohle und Gas machten 60 Prozent der Stromproduktion aus, ermittelte der Branchenverband für das Jahr 2004. Die CO2-Emissionen hätten im Bundesdurchschnitt 550 Gramm und der radioaktive Abfall 0,0008 Gramm je Kilowattstunde Strom betragen.
Produktdifferenzierung im Wettbewerb
"Der Wettbewerb im deutschen Strommarkt bekommt mit der neuen Stromkennzeichnung ein weiteres Marktelement", betonte Meller. Die Stromunternehmen könnten das Kennzeichen zur Produktdifferenzierung nutzen.
"Das neue Stromkennzeichen schafft Transparenz und ermöglicht es den Verbrauchern, den Energieträgermix der Stromlieferung und die damit verbundenen Umweltauswirkungen in ihre Entscheidung über die Wahl des Lieferanten einzubeziehen." Das erklärte Stephan Kohler, Geschäftsführer der dena. "Die Verbraucher werden sensibilisiert und motiviert, sich eingehender über den Energieträgermix und seinen Umweltauswirkungen zu beschäftigen", betonte Kohler. Dazu müssten auch entsprechende Informationsangebote für die Verbraucher entwickelt und kundenorientiert kommuniziert werden.
Energiebewusstsein der Verbraucher stärken
"Die Stromunternehmen können das Stromkennzeichen für Informationen über effiziente Erzeugungstechniken nutzen", erklärte Kohler. Das Gesetz schreibe dies zwar nicht vor, die Unternehmen könnten den Verbrauchern damit jedoch nützliche Zusatzinformationen liefern. Kohler: "Die Stromkennzeichnung könnte auf diese Weise das Energiebewusstsein der Verbraucher stärken und den effizienten Umgang mit Energie fördern."
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Elektrizitätswirtschaft e.V. (VDEW), Hauptgeschäftsstelle
Patricia Nicolai, Leiterin, Presse
Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin
Telefon: (030) 726147-0, Telefax: (030) 726147-140
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