Neuer HTA-Bericht des DIMDI belegt den Nutzen der Adipositas-Chirurgie als Beispiel moderner Medizintechnologien
(Berlin) - Die modernen medizintechnischen Verfahren der Adipositas-Chirurgie führen zu einer signifikant stärkeren Gewichtsabnahme als konservative Standardverfahren. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer HTA-Bericht (Health Technology Assessment) des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Der Bericht wurde vom DIMDI in dieser Woche fertig gestellt und in die HTA-Datenbank eingestellt (www.dimdi.de - HTA). Insgesamt wurden 25 medizinische sowie sieben gesundheitsökonomische Studien ausgewertet, die den medizinischen Nutzen der Adipositas-Chirurgie wie Magenband oder Magenbypass belegen. Die Gewichtsabnahme geht dabei mit einem Rückgang von Begleiterkrankungen (hauptsächlich Diabetes mellitus Typ 2) einher, so das DIMDI.
Der HTA-Bericht zeigt auf, dass sich ein klarer langfristiger Überlebensvorteil operierter Patienten über eine Zeitspanne von bis zu elf Jahren abzeichnet. Die ökonomischen Studien würden zudem belegen, dass bariatrische Chirurgie kosteneffektiv ist.
Nach Ansicht des BVMed belegt der HTA-Bericht den Nutzen moderner Medizintechnologien für den Patienten und für das Gesundheitssystem insgesamt. Medizintechnologien sind unentbehrlich für die Gesundheit und bessere Lebensqualität der Menschen. Medizintechnologien sind eine Investition in das Leben und die Leistungsfähigkeit der Menschen. Deshalb müssen innovative Medizintechnologien auch allen Patienten, die sie benötigen, zeitnah zur Verfügung gestellt werden, so BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt.
Das Wissen über Adipositas und ihre Anerkennung als Krankheit ist in Deutschland allerdings noch wenig ausgeprägt. Laut der Verzehrstudie II des Bundesernährungsministeriums sind bereits 5,6 Prozent der Erwachsenen in Deutschland morbid Adipös. Ist die Adipositaschirurgie in anderen europäischen Ländern voll etabliert, herrscht in Deutschland dagegen eine Unterversorgung. So liegt die Anzahl der chirurgischen Eingriffe beispielsweise in Frankreich bei 26,9 und Österreich bei 23,5 pro 100.000 Einwohner. In Deutschland sind es lediglich 3,6 Fälle. Hauptgrund hierfür ist die immer noch sehr restriktive Kostenerstattung: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung nur in besonders begründeten Einzelfällen.
Das Fazit der Autoren des HTA-Berichts zu dieser Erstattungssituation lautet: Die Ergebnisse liefern jedoch eine Grundlage für weiterführende gesundheitspolitische Diskussionen und zur Überprüfung der derzeit sehr restriktiven Entscheidungspraxis zur Erstattungsfähigkeit bariatrischer Verfahren.
Mit dem neuen HTA-Bericht bietet sich die Chance, die Defizite bei der Patienteninformation und der Erstattungssituation zu beseitigen, so der BVMed.
Hintergrundinformation zur Therapiemethode:
In der operativen Behandlung der Adipositas geht es darum, die Nahrungsaufnahme des Magens technisch zu begrenzen. Erhält der Körper weniger Nahrung, greift er seine eigenen Fettreserven an, um sich mit der notwendigen Energie zu versorgen. Das Resultat: Gewichtsverlust.
Zwei Verfahren zeigen hier große Erfolge:
- Die Magen-Bypass-Operation beruht auf dem Prinzip der Magenverkleinerung. Der Arzt unterteilt den Magen durch eine Naht in einen kleinen Vormagen und einen ausgeschalteten Restmagen.
- Auch das Magenband macht sich das Prinzip der Magenverkleinerung zunutze. Ein 12 Millimeter schmales Silikonband wird wie ein Gürtel um den Magen gelegt und engt ihn knapp unterhalb der Speiseröhre ein. Die Folge: Das Gehirn bekommt viel früher das Signal für Sättigung, der Betroffene ist wesentlich schneller und länger satt. Das Magenband ist verstellbar, das Sättigungsgefühl kann daher vom Arzt an die individuellen Situationen und Bedürfnisse der Patienten angepasst werden.
Diese Methode ist nach internationalen Leitlinien morbid adipösen Patienten vorbehalten, die folgende Kritierien erfüllen: BMI über 40 oder über 35 und erhebliche Ko-Morbiditäten; Alter zwischen 18 und 60 Jahre; mindestens sechsmonatige medizinisch geleitete konservative Therapie.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed)
Manfred Beeres, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Reinhardtstr. 29b, 10117 Berlin
Telefon: (030) 246255-0, Telefax: (030) 246255-99
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