Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)

Niedrigerer Ölpreis und Verzicht auf höhere Firmenwagensteuer setzen Signale / Gottschalk: Basisdaten für Automobilgeschäft sind positiv

(Stuttgart/Frankfurt am Main) - "Selten zuvor haben psychologische Einflussfaktoren das Konsumverhalten stärker überlagert als zur Zeit. Dabei sind die Basisdaten für das Automobilgeschäft positiv", betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem Kongress "Automobilforum 2003" in Stuttgart. Er sei zuversichtlich, dass sich früher oder später auch der Inlandsmarkt wieder erhole, denn wichtige Rahmenbedingungen hätten sich verändert: "Die geplante Erhöhung der Firmenwagensteuer - eine der sinnlosesten und kontraproduktivsten Steuerideen der letzten Zeit - ist nicht zuletzt durch unsere Aufklärungsarbeit und die klare Haltung der Opposition dort, wo sie hingehört: im Papierkorb. Das schafft Klarheit in der Disposition im gewerblichen Bereich. Aufgeschobene Käufe können jetzt getätigt werden", unterstrich Prof. Gottschalk. Im Vermittlungsausschuss noch zusätzlich diskutierte Steuererhöhungen und Abschreibungsverschlechterungen konnten abgewendet werden - auch das dürfte Kaufabsichten unterstützen. Der Irak-Krieg ist schnell beendet worden, der Ölpreis hat sich rasch wieder normalisiert.

Das Angebot an neuen Modellen wird dabei immer attraktiver. Prof. Gottschalk: "Entsprechend der Zunahme und Wiederbelebung der Marken können wir in den kommenden Jahren eine ‚battle of new cars' erwarten." Allein von deutschen Marken werden in diesem IAA-Jahr 73 neue Modelle präsentiert. In den USA werden über 50 Neuheiten erwartet. Vor allem die Nischen versprechen weitere Steigerungen: "Der Kunde bestimmt, und er will kein Produkt von der Stange", so der VDA-Präsident.

Die deutsche Automobilindustrie habe mit geänderten Produktstrukturen auch den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen erheblich reduziert: Noch 1997 boten die deutschen Hersteller lediglich ein Neufahrzeug mit einem Kraftstoffverbrauch unter 5 Liter/100 km an, weitere 57 brauchten bis zu 6 Liter. Heute sind 35 Modelle mit weniger als 5 Liter Verbrauch im Angebot, 117 weitere Modelle verbrauchen weniger als 6 Liter. "Wichtigster Technologietreiber ist hierbei die Dieseltechnologie", betonte Prof. Gottschalk. Der Dieselanteil an den Pkw-Neuzulassungen ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen und beträgt derzeit 38 Prozent. "Trotz einiger Unkenrufe - die deutschen Hersteller sind führend in der Dieseltechnologie", unterstrich der VDA-Präsident. Ihr Marktanteil betrage fast 80 Prozent. Wie hoch das Interesse der deutschen Hersteller an der Sicherung und Weiterentwicklung dieses Marktes sei, zeige unter anderem auch das jüngste Joint-venture eines Herstellers mit einem Zulieferer auf dem Gebiet der Dieseleinspritzung.

Größter Technologietreiber seien die Elektronik und die Sensorik. 90 Prozent der zukünftigen Innovationen werden hierauf zurückzuführen sein, wiederum 80 Prozent davon sind Software-gesteuert. Der Anteil der Elektronik am Fahrzeugwert werde von heute 25 Prozent auf bis zu 40 Prozent im Jahr 2010 ansteigen.

Noch nicht ausgeschöpftes Potenzial für die Modellvielfalt bei gleichzeitiger Kostensenkung sieht der VDA-Präsident in der Globalisierung. Mit Plattform- und Modulstrategien und Gleichteilekonzepten könnten Automobilhersteller und Zulieferer ihre Lieferkette optimieren und zugleich immer mehr Modellvarianten anbieten, sagte Prof. Gottschalk. Durch konzernweiten Teile-Einkauf seien deutliche Einsparungen möglich. Allerdings dürfe dieser Trend nicht zu Abstrichen in der Qualität führen.

Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, sei ein kooperatives Verhältnis von Fahrzeugherstellern und Zulieferern unumgänglich, betonte Prof. Gottschalk. Ziel sei es, "die Entwicklungspartnerschaft zu erhalten und zu fördern, die wesentlich für die erfolgreiche Position unserer Industrie im Wettbewerb ist." Dazu gehörten ausreichende Margen für die Zulieferunternehmen ebenso wie eine konsequente Mittelstandspolitik, die eine Förderung der Eigenkapitalbasis zum Ziel habe. Insbesondere die Finanzierung von Entwicklung und Fertigung dürfe daher nicht zu einem "limitierenden Faktor" für den technischen Fortschritt in den Zulieferunternehmen werden, sagte der VDA-Präsident.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Westendstr. 61, 60325 Frankfurt Telefon: 069/975070, Telefax: 069/97507261

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