"Nullrunde" bei Renten 2006 kürzt Alterseinkünfte real
(Berlin) - Der Gesetzentwurf für eine Weitergeltung des seit 1. Juli 2003 gültigen Rentenwerts schreibt für 2006 eine erneute Nullrunde fest. Dass damit zumindest 2006 Renten nicht auch nominell gekürzt werden, ist kein Grund zur Euphorie oder für eine Erfolgsmeldung der Bundesregierung, erklärte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am Mittwoch (08. Februar 2006) in Berlin zu einem entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts.
Angesichts schwindender Kaufkraft bei den Renten könne bei den fast 20 Millionen Rentnern kaum Freude aufkommen, stellte Winkler fest. Allein 2004 und 2005 lag die Kaufkrafteinbuße bei 4,6 Prozent. Eine erneute Nullrunde 2006 wird diese Verluste an Kaufkraft weiter vergrößern. Für die Betroffenen ist das eine reale Kürzung. Immerhin hält sich die Koalition an ihr Versprechen, die Renten nicht auch noch nominell zu kürzen, obwohl die Einkommen der Beschäftigten 2005 offenbar rückläufig waren.
Die jetzt getroffene Entscheidung müsse aber auch im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen der großen Koalition betrachtet werden, erklärte der Verbandspräsident. Wir sind gegen die für 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer, weil sie vor allem Geringverdiener, Alleinstehende mit Kindern, Erwerbslose und Rentner trifft. Bei einem durchschnittlichen Rentenzahlbetrag von etwas über 1.000 Euro und ständig steigenden Lebenshaltungskosten bleibt bei vielen Rentnern immer weniger übrig. Auch Kinder und Enkel werden dies spüren.
Winkler weiter: Die Absicht der Koalition, die Rentner durch einen Nachholfaktor auf Jahre hinweg von der Einkommensentwicklung abzukoppeln, gehört ebenfalls vom Tisch. Steigende Realeinkommen bei den Beschäftigten sind dringend notwendig, damit auch die Renten wieder steigen können. Niemand sollte sich da Illusionen machen. Wenn es um die Verteilung des Volkseinkommens geht, sitzen Beschäftigte und Rentner in einem Boot.
Quelle und Kontaktadresse:
Volkssolidarität Bundesverband e.V.
Tilo Gräser, PR-Referent
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