Pressemitteilung | Deutscher Raiffeisenverband e.V. (DRV)
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Nutztierhaltung ist strategischer Bestandteil der Ernährungswirtschaft und der Versorgungssicherheit

(Berlin) - Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt das klare Bekenntnis der Europäischen Kommission, die Nutztierhaltung wieder stärker als strategischen Bestandteil der europäischen Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Ernährungssicherheit zu begreifen. Peter Jung, Leiter Lebensmittelwirtschaft beim DRV, kommentiert die von der EU-Kommission vorgestellte EU-Tierhaltungs-Strategie: „Dass die EU-Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung in den Mittelpunkt rückt und gleichzeitig einen Abbau unnötiger Bürokratie ankündigt, ist ein ermutigendes Signal für die unter erheblichem Druck stehenden Tierhalterinnen und Tierhalter in Deutschland und Europa.“
Ebenso begrüßt der DRV das Ziel, bei Importen aus Drittstaaten auf vergleichbare Standards zu drängen. „Wer hohe Anforderungen an die europäische Landwirtschaft stellt, muss auch dafür sorgen, dass diese nicht durch Produkte unterlaufen werden, die unter deutlich niedrigeren Standards erzeugt wurden“, erklärt Jung. Positiv bewertet der DRV auch den angekündigten Abbau unnötiger Bürokratie. Jung: „Schnellere Genehmigungsverfahren, praxistaugliche Regelungen im Umwelt-, Hygiene- und Nebenprodukterecht sowie innovationsfreundlichere Zulassungsverfahren können dazu beitragen, Investitionen in moderne Tierhaltung überhaupt erst zu ermöglichen.“ Bei der Weiterentwicklung von Umweltstandards und Biosicherheit gelte es, mit Augenmaß vorzugehen, um das Ziel der Wettbewerbsfähigkeit nicht zu konterkarieren.

Darüber hinaus würden die Überlegungen, das Tierseuchenmanagement künftig stärker auf europäischer Ebene anzusiedeln, erhebliche wirtschaftliche Vorteile bieten. Insbesondere erwartet Jung, dass eine durch die europäische Union gesteuerte und gegenüber Drittstaaten einheitlich vertretenen Anerkennung der Regionalisierung im Tierseuchenfall zu einer deutlich schnelleren Wiederöffnung von Exportmärkten führt. „Dadurch können Handelsunterbrechungen verkürzt, wirtschaftliche Schäden für die Agrar- und Ernährungswirtschaft reduziert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit betroffener Unternehmen wiederhergestellt werden“, betont Jung.

Gleichzeitig weist der Verband darauf hin, dass zentrale Fragen weiterhin offenbleiben. „Mehr Tierwohl, Stallumbauten und höhere Nachhaltigkeitsanforderungen verursachen erhebliche Investitionskosten. Solange nicht geklärt ist, wie diese dauerhaft finanziert werden, bleiben viele Vorhaben für die Betriebe mit erheblichen Unsicherheiten verbunden“, so Jung. Mit Blick nach vorne macht der deutlich: „Die Bundesregierung trägt bei der nationalen Umsetzung der Strategie nun besondere Verantwortung, um innereuropäische Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Ein Goldplating darf es nicht geben.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Raiffeisenverband e.V. (DRV), Pariser Platz 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 856214-430

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