Pressemitteilung | Volkssolidarität Bundesverband e.V.
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Ohne Arbeit keine Perspektiven für Familien

(Berlin) - „Es wird nicht mehr über das Ob, sondern nur noch das Wann der Rente ab 67 diskutiert“, kritisierte der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Gunnar Winkler, am 31. Januar 2006 in Berlin auf einer Pressekonferenz des Verbandes.

„Dieses Spiel wird so lange betrieben, bis die verunsicherten Betroffenen froh sind, wenn die Regelung doch nicht so früh wie angedroht eingeführt wird.“ Bevor über ein höheres Renteneintrittsalter gesprochen werde, müsse zuerst die Arbeitsmarktsituation für Ältere verbessert werden, so Winkler. „Erst wenn genügend Arbeitsplätze vorhanden sind, kann der Einzelne frei entscheiden, wann er in Rente geht.“

Der Verbandspräsident stellte neue Ergebnisse einer im Auftrag der Volkssolidarität erarbeiteten Langzeitstudie zu den Lebensverhältnissen in den neuen Bundesländern vor. Das präsentierte Material vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. (SFZ) beschäftigt sich vor allem mit der Situation älterer Bürger und von Familien in Ostdeutschland.

Winkler verwies auf die fehlenden Perspektiven für Familien in den neuen Bundesländern aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Situation. „Es wird auf Jahre/Jahrzehnte zwei Teilgesellschaften - Ost und West - geben, d. h. auch zwei ‚Alter’ aufgrund existierender Ungleichheiten der Lebensverhältnisse.“ so sein Fazit. Das gegenwärtige Kontrastprogramm der Bundesregierung "Mehr Kinder - länger arbeiten" sei kein Programm zur Lösung sozialer Probleme, sondern nur zur Sanierung des Staatshaushalts. Die Familienpolitik konzentriere sich nur einseitig auf Geburtenförderung, „und das zu einem keineswegs unbedeutenden Teil auf Kosten der Lebensverhältnisse Älterer.“, kritisierte Winkler. Es müsse „vor allem Einfluss auf den Arbeitsmarkt“ genommen werden, um bessere Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen.

Winkler machte auf „eine hohe allgemeine Lebenszufriedenheit älterer Menschen“ aufmerksam. Allerdings betrage der Anteil derjenigen in der Vorrentnergeneration, die deutlich unzufrieden mit ihrer Lebenssituation und den Bedingungen seien, schon fast ein Viertel. Kennzeichnend für deren Situation sei „die erschreckende Zunahme des vorzeitigen Übergangs mit Abschlägen in die Altersrente“, so Winkler. Dabei kritisierte er die neuesten Rentenvorschläge von Sozialminister Franz Müntefering.

Winkler bemängelte zudem, dass derzeit in der öffentlichen Debatte die Generationenbeziehungen auf die Finanzierbarkeit der Alterssicherung reduziert werden. Das sei politisch gewollt, lenke aber ebenso wie das Argument der Demografie vom eigentlichen Problem ab: „die abnehmende Erwerbsarbeit in Deutschland und damit die Möglichkeiten, solidarische Leistungssysteme zu stabilisieren“. Die Volkssolidarität setze sich ein „für verbesserte Rahmenbedingungen des Zusammenlebens der Generationen“ und „die Wiederherstellung solidarischer Beziehungen aller Glieder aller Generationen - ohne Ausnahme“.

Verbandsgeschäftsführer Dr. Niederland kündigte an, dass die Volkssolidarität aufgrund der Situation ihre vorhandenen Angebote der Sozialberatung ausbauen und erweitern werde.

Quelle und Kontaktadresse:
Volkssolidarität Bundesverband e.V. Tilo Gräser, PR-Referent Alte Schönhauser Str. 16, 10119 Berlin Telefon: (030) 27897100, Telefax: (030) 27593959

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