Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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Pkw-Absatz im Januar weltweit deutlich rückläufig / Staatliche Maßnahmen sollen Nachfrage stützen - Rückgang in Deutschland vergleichsweise moderat

(Frankfurt am Main) - Die Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise haben sich im Januar 2009 deutlich negativ auf den weltweiten Pkw-Absatz ausgewirkt. Angesichts der ausgeprägten Kaufzurückhaltung der verunsicherten Verbraucher musste mit diesem Ergebnis gerechnet werden. Auch in den kommenden Monaten dürfte diese rückläufige Entwicklung zunächst noch anhalten. Sollten die in vielen Ländern bereits auf den Weg gebrachten Konjunkturprogramme sowie die zahlreichen staatlichen Maßnahmen, die momentan zur Stützung der Automobilnachfrage in Angriff genommen werden, greifen und - wie derzeit im deutschen Markt zu beobachten - ihre Wirkung entfalten, könnte durchaus in der zweiten Jahreshälfte mit einer allmählichen Erholung der weltweiten Verkäufe gerechnet werden, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit.

In Europa verfehlte der Pkw-Absatz im Januar mit 958.500 Pkw das Vorjahresniveau um mehr als ein Viertel (-27 Prozent). Die Verkäufe in Westeuropa gaben um knapp 27 Prozent auf 891.500 Pkw nach. Während Deutschland (-14 Prozent), Frankreich (-8 Prozent) sowie die Benelux-Staaten (-16 Prozent) mit vergleichsweise moderaten Einbußen die Talfahrt abbremsten, mussten Spanien (-42 Prozent), Italien (-33 Prozent) und Großbritannien (-31 Prozent) starke Rückgänge in Kauf nehmen. In den Neuen EU-Ländern gab die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahresmonat um ein Drittel nach; allein in Rumänien halbierte sich der Pkw-Absatz.

Zur Abmilderung der dramatischen Absatzkrise haben nahezu alle Regierungen in Europa staatliche Maßnahmen ergriffen. So gewährt Großbritannien Kreditgarantien für die Automobilindustrie sowie eine zeitlich befristete Absenkung der Mehrwertsteuer. In Spanien erhalten die Neuwagenkäufer staatlich begünstigte Kredite, zugleich wurden die Bedingungen für die Inanspruchnahme der Verschrottungsprämie gelockert. In Italien soll die Prämie, die im vergangenen Jahr ausgelaufen war, wieder eingeführt werden.

Frankreich will seine nationale Automobilindustrie mit äußerst umfangreichen Maßnahmen unterstützen: Die französischen Pkw-Hersteller sollen 6 Mrd. Euro verbilligter Kredite für die Entwicklung CO2-armer Autos erhalten; die Kredithilfen für den Autokauf - davon profitieren ausschließlich französische Marken - werden auf 2 Mrd. Euro verdoppelt. Eine weitere Mrd. Euro steht für zusätzliche Kredite für französische Zulieferer zur Verfügung. Der Fonds zur Stärkung des Eigenkapitals der Zulieferer wird auf 600 Mio. Euro verdoppelt. 250 Mio. Euro sind zudem für Abwrackprämien vorgesehen. Im Gegenzug sollen sich die Hersteller verpflichten, in den kommenden fünf Jahren keine Werke in Frankreich zu schließen, keine Fertigung ins Ausland zu verlagern, keine Mitarbeiter zu entlassen sowie vorrangig bei französischen Zulieferern einzukaufen. Die EU-Kommission hat bereits ernsthafte Bedenken gegen diese wettbewerbsverzerrende Unterstützung, die ausschließlich den französischen Unternehmen zugute käme, angemeldet und wird die Vereinbarkeit mit geltendem EU-Recht überprüfen.

Auch außerhalb Europas entwickelte sich der Pkw-Absatz zu Jahresbeginn deutlich rückläufig. In den USA wurden im Januar 37 Prozent weniger Fahrzeuge abgesetzt, in Japan lagen die Verkäufe mit 256.100 Pkw 20 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Insbesondere der Bereich ab 2 Liter Hubraum gab mit einem Minus von 36 Prozent deutlich nach.

Die weltweite Konjunkturkrise führt auch in den Schwellenländern zu Nachfragerückgängen. In Indien wurden im Januar 137.300 Pkw und damit 7 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft. Angesichts der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums sowie der schwierigen Lage am Kreditmarkt hat die indische Regierung eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes beschlossen. Darüber hinaus hat die Zentralbank die Leitzinsen gelockert. Mit Hilfe dieser Maßnahmen konnte ein noch stärkerer Verkaufsrückgang verhindert werden.

In China lag der Pkw-Absatz zu Jahresbeginn nach ersten Angaben 8 Prozent unter Vorjahresniveau. Um den Pkw-Absatz zu stärken, hat die Regierung den Mehrwertsteuersatz für Fahrzeuge mit weniger als 1,6 Liter Hubraum bis Jahresende halbiert. Angesichts des deutlich verlangsamten gesamtwirtschaftlichen Wachstums erwägt Peking weitere Konjunkturspritzen.

In Brasilien wurden im Januar mit 189.700 Pkw 8 Prozent weniger Neuwagen verkauft. Die gestiegenen Finanzierungskosten sowie die Konjunkturabkühlung waren hauptsächlich für den Absatzrückgang verantwortlich. Alternative Antriebsarten spielen in Brasilien weiterhin eine dominante Rolle: 86 Prozent der zu Jahresbeginn verkauften Fahrzeuge waren mit einem Flex-Fuel-Antrieb ausgestattet, bei dem die Motoren wahlweise mit Benzin oder Ethanol in jeder beliebigen Kombination betrieben werden können.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Pressestelle Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261

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