Pkw-Produktion dank guter Auslandsnachfrage weiter auf hohem Niveau / Inlandsgeschäft bleibt noch verhalten / Deutsche Hersteller steigern ihren Marktanteil
(Frankfurt am Main) - Die Pkw-Neuzulassungen blieben im April mit voraussichtlich 265.000 Einheiten um 7 Prozent hinter dem Vorjahresvolumen zurück. Dies ist im Wesentlichen auf den anhaltenden Attentismus der privaten Käufer sowie auf das Auslaufen beziehungsweise die Umstellung einiger Incentive-Programme zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die besseren Konjunkturaussichten bislang primär die Investitionsgüterseite begünstigt haben, positive Effekte auf den privaten Konsum und damit auf die Pkw-Nachfrage jedoch erst im weiteren Jahresverlauf zu erwarten sind. Dazu sollte auch die erfreuliche Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt beitragen.
Unbeschadet aller Diskussionen um Klimaschutz und CO2-Emissionen haben die deutschen Anbieter (-5 Prozent) auf der Basis ihres attraktiven Produktprogramms deutlich besser abgeschnitten als die Importeure, die trotz eines kräftigen Monatsendspurts einen Rückgang um 11 Prozent hinnehmen mussten. Die einzige bemerkenswerte strukturelle Veränderung in der Pkw-Nachfrage nach der Klimaschutz-Debatte zeigt sich in einem vermehrten Absatz von Diesel-Pkw mit seinen überzeugenden CO2-Qualitäten. Dies ist den deutschen Herstellern erneut entgegengekommen. Sie steigerten ihren Dieselabsatz dank ihres breiten Angebots von Fahrzeugen mit Partikelfilter gegen den rückläufigen Gesamtmarkt sogar um 5 Prozent.
In den ersten 4 Monaten dieses Jahres blieben die Neuregistrierungen mit 983.000 Pkw um 9 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Hierin spiegelt sich bekanntlich die Mehrwertsteuer-bedingte Vorzieh- und Nachlaufbilanz in der Größenordnung von 100.000 Pkw wider. Die Importeure, deren Dieselpräsenz bislang stark unterproportional war, konnten im bisherigen Jahresverlauf ihren Marktanteil im Dieselsegment zwar leicht erhöhen, er liegt jedoch immer noch erst bei 24 Prozent.
Bedingt durch die anhaltende Verunsicherung der Verbraucher und der Verteuerung der Automobilnutzung unterschritten die inländischen Auftragseingänge im April 2007 das Vorjahresvolumen um 3 Prozent. In den ersten 4 Monaten betrug der Rückgang 7 Prozent. Aus dem Ausland verzeichneten die deutschen Hersteller dagegen im April einen kräftigen Orderschub (+11 Prozent), im bisherigen Jahresverlauf legten die Bestellungen um beachtliche 9 Prozent zu.
Die Pkw-Konjunktur wurde im bisherigen Jahresverlauf vom Export getragen. Mit 335.000 Fahrzeugen lag die Ausfuhr im April, bei einem Arbeitstag mehr als vor einem Jahr, um 14 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Arbeitstäglich bereinigt ergibt sich ein Zuwachs von 8 Prozent. Trotz des gegenüber wichtigen Währungen gestiegenen Eurokurses lieferten die deutschen Hersteller damit seit Anfang dieses Jahres 12 Prozent mehr Personenkraftwagen ins Ausland.
Im April 2007 rollten 451.000 Pkw von den Bändern (+10 Prozent). Im ersten Tertial konnte das Produktionsvolumen des Vorjahres um 8 Prozent übertroffen werden. In Anbetracht des verhaltenen Inlandsmarktes ist dies ein klares Zeichen für die breite regionale Absatzstruktur der deutschen Automobilindustrie und stellt ein wichtiges Ausgleichsventil zur Stabilisierung der Beschäftigung dar.
Quelle und Kontaktadresse:
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