Plädoyer für einen Großversuch mit innovativen Nutzfahrzeugen / Pilotprojekte zeigen: EuroCombis auf dem richtigen Weg
(Frankfurt am Main) - Sowohl die Ergebnisse der BASt-Studie als auch die ersten Resultate der Pilotprojekte mit 25,25-Meter-Lastzügen in drei Bundesländern zeigen deutlich, dass unsere innovativen Nutzfahrzeugkonzepte zukunftsfähig sind. Sie sind der Zündschlüssel für die effiziente Lösung des steigenden Straßengüterverkehrsaufkommens verbunden mit erheblichen ökologischen und ökonomischen Vorteilen, betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).
Bei über 1.000 Fahrten in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen wurde unter Beweis gestellt, dass der Einsatz von EuroCombis deutliche Kraftstoffeinsparungen bringt und damit der Schadstoffausstoß sinkt. Die Test-Fahrzeuge benötigten je nach Typ und Strecke zwischen 5 und 30 Prozent weniger Kraftstoff, um dieselbe Ladungsmenge zu befördern. Das ist ein überzeugendes Argument für den Einsatz des EuroCombi vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Klimaschutz und CO2-Reduzierung, sagte der VDA-Präsident.
Seit Mitte 2006 sind die ersten innovativen Nutzfahrzeug-Kombinationen in Deutschland unterwegs, inzwischen werden sie in drei Pilotversuchen auf Herz und Nieren geprüft. Das zulässige Gesamtgewicht liegt in den Testläufen bei 40 t bzw. 44 Tonnen (t) im Kombinierten Verkehr, wobei ein Fahrzeug mit einem maximal möglichen Gewicht von 60 t unterwegs ist. Eingesetzt wird sowohl die volumenoptimierte als auch die gewichtsorientierte Variante. 262.000 Kilometer wurden bisher zurückgelegt, dabei insgesamt knapp 21.000 t Ladung transportiert. Die durchschnittliche Einsparung an Fahrten mit den 25,25-m-Kombinationen liegt im Vergleich zu herkömmlichen Lkw zwischen 33 und 50 Prozent. Insgesamt konnten damit fast 500 Fahrten vermieden werden. 2 statt 3 lautet das Motto bei den EuroCombis im Vergleich zu herkömmlichen Kombinationen. Über das ganze Jahr gerechnet liegt die Einsparung bei rd. 365.000 Kilometern und das allein bei fünf Fahrzeugen. Bei deutschlandweiter Zulassung könnten bis zu 2,2 Mrd. Fahrzeugkilometer eingespart werden. Auf hochbelasteten Autobahnabschnitten kann das pro Minute zwei Lkw weniger bedeuten. Auch die BASt-Studie kommt bezogen auf 2015 zu dem Ergebnis, dass sich der durchschnittliche tägliche Schwerverkehr auf Bundesautobahnen in einer Größenordnung von etwa 13 Prozent verringern könnte.
Neben den klaren Klimaschutz- und Effizienz-Vorteilen überzeugen die EuroCombis durch ihre modernsten Sicherheitsausstattungen. So gab es bei den laufenden Versuchen nicht einen einzigen Unfall. Zusätzliche obligatorische Sicherheitssysteme wie ABS, Spurverlassenswarner, Abstandsregeltempomat, Bremskraftverstärker und Fahrdynamikregelung sowie eine spezielle Markierung der Fahrzeuge sorgen für eine erhöhte Verkehrssicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Lkw. BASt und VDA stimmen bei Mindestmotorisierung, beim Katalog der Sicherheitsfeatures und den Voraussetzungen für die Fahrer überein. Bremsversuche haben gezeigt, dass ein 60-Tonnen-EuroCombi im Vergleich zu einem 40-Tonner auf rutschiger Fahrbahn einen um 17 Prozent kürzeren Bremsweg hat. Der Abstandsregeltempomat verringert die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls um 71 Prozent, bei einem Fahrereingriff sogar um 88 Prozent. Bei einer großflächigen Erlaubnis von EuroCombis auf deutschen Autobahnen und der damit verbundenen Einsparung an Lkw-Fahrten ist also mit einer deutlichen Steigerung der Verkehrssicherheit zu rechnen, so Prof. Gottschalk. Auch die BASt-Studie bestätigt, dass sich durch den obligatorischen Einsatz von Fahrerassistenzsystemen sowohl das Unfallrisiko als auch die Unfallschwere verringern würde.
Die bisherigen Erfahrungen mit den jeweils auf ein Jahr befristeten EuroCombi-Testläufen in Deutschland sind hinsichtlich verkehrlicher Einsparpotenziale, Ökologie und Verkehrssicherheit, aber auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität durchweg positiv, so der VDA-Präsident weiter. Die BASt-Studie bestätigt unter anderem auch eine Reduzierung der Straßenbelastung durch die innovativen Nutzfahrzeuge. Der nächste Schritt muss ein bundesweiter Feldversuch sein, der durch ein umfassendes wissenschaftliches Monitoring-Programm begleitet wird. Nur so lässt sich eine umfassende Datengrundlage schaffen, um daraus politische Entscheidungen auf nationaler Ebene und später auch auf EU-Ebene ableiten zu können, betonte Prof. Gottschalk. Der VDA bietet für einen bundesweiten und wissenschaftlich begleiteten Versuch auf Autobahnen und zweispurigen Bundesstraßen also einem zertifizierten Streckennetz , jegliche fachliche Unterstützung an, so Prof. Gottschalk weiter.
In Schweden und Finnland werden 25,25-m-Kombinationen mit einem Gesamtgewicht von bis zu 60 t seit Jahren eingesetzt Fahrtenzahl, Staus, Unfälle, Kraftstoffverbrauch, Schadstoffe und Kosten konnten deutlich reduziert werden. Die Niederlande haben mit einem groß angelegten Pilotversuch ähnlich positive Erfahrungen gemacht und die Dänen berichten ebenfalls von mehr als zufriedenstellenden Zwischenergebnissen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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