Positive Signale bei den Baugenehmigungen reichen nicht aus – Geschäftsklima im Wohnungsbau bricht ein
(Berlin) - Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zu den Baugenehmigungen zeigen für März 2026 eine leichte Aufwärtsbewegung. Bundesweit wurden rund 21.800 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Zuwachs im ersten Quartal 2026 bei 14,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
„Die jetzt genehmigten Projekte stammen überwiegend noch aus einer Phase vor der jüngsten Verschlechterung der Rahmenbedingungen durch steigende Zinsen und erneut höhere Materialkosten. Deshalb ist bei der Bewertung der weiteren Entwicklung große Zurückhaltung angebracht. Die Auswirkungen der neuen Lage werden sich erst in den kommenden Monaten in den Genehmigungszahlen widerspiegeln“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.
Denn nach Angaben des ifo Instituts verschlechtert sich die wirtschaftliche Stimmung im Wohnungsbau aktuell massiv. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau ist nach der neuesten ifo-Konjunkturumfrage im April 2026 von minus 19,3 auf minus 28,4 Punkte eingebrochen – der stärkste Rückgang seit April 2022. Besonders die Erwartungen der Unternehmen haben sich deutlich eingetrübt.
„Die aktuellen ifo-Zahlen zeigen sehr deutlich: Eine Baugenehmigung bedeutet noch lange keinen Baustart. Viele Unternehmen und Investoren halten sich trotz vorhandener Genehmigungen weiterhin zurück, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu unsicher bleiben“, so Gedaschko weiter.
Hohe Baukosten, komplizierte regulatorische Vorgaben, lange Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie schwierige Finanzierungsbedingungen belasten den Wohnungsbau weiterhin stark. Hinzu kommen zunehmende geopolitische Unsicherheiten und neue Sorgen um Lieferketten, die laut ifo inzwischen ebenfalls spürbar auf die Branche durchschlagen.
„Gebaut wird nur dort, wo Projekte auch wirtschaftlich tragfähig sind. Genau daran fehlt es vielerorts weiterhin“, sagt Gedaschko. Der GdW fordert deshalb einen konsequenten Kurswechsel in der Wohnungsbaupolitik. Notwendig sind deutlich schnellere und einfachere Verfahren, ein bundesweit einheitlicher und praxistauglicher Gebäude-Basisstandard nach dem Prinzip „E wie einfach“ sowie ein klarer Abwägungsvorrang für den Wohnungsbau in angespannten Märkten.
Darüber hinaus muss die Förderkulisse verlässlich und langfristig ausgestaltet werden. Das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KNN) muss verlängert und deutlich ausgeweitet werden. Ergänzend braucht es steuerliche Impulse wie eine wirksame Sonderabschreibung für bezahlbaren Wohnungsneubau.
„Deutschland braucht dauerhaft deutlich mehr bezahlbare Wohnungen. Dafür reichen einzelne positive Monatszahlen bei den Genehmigungen nicht aus. Entscheidend ist, dass wieder tatsächlich gebaut wird. Und dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen jetzt schnell und verlässlich verbessert werden“, sagt Gedaschko.
Quelle und Kontaktadresse:
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., Andreas Schichel, Leiter(in) Pressestelle, Klingelhöferstr. 5, 10785 Berlin, Telefon: 030 824030
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