Pressemitteilung | Virchowbund - Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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Pragmatismus oder Verblendung: Warum macht sich Nordrheins KV zum Büttel der Industrie?

(Berlin) - Scharfe Kritik am geplanten Roll-out der elektronischen Gesundheitskarte in Nordrhein: "Trotz bestehender tief greifender Bedenken der Ärzteschaft, trotz anders lautender Ärztetagsbeschlüsse und ohne wie vorgesehen weitere Tests abzuwarten, will die Kassenärztliche Vereinigung Nordrheins die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte durchdrücken", kritisiert der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Klaus Bittmann.

Dabei sei der KV-Vorsitzende Dr. Leonhard Hansen unter anderem an genau dieser Problematik gescheitert und habe deshalb seinen Rücktritt erklärt. "Ist das Agieren des kommissarischen Vorsitzenden Hansen nun purer Pragmatismus oder Verblendung, dass die KV jetzt die Installation von Lesegeräten in den Arztpraxen fördert, während die Sinnhaftigkeit und vor allem der Nutzen der elektronischen Gesundheitskarte noch kontrovers diskutiert wird. Das wäre genauso, als ob man zunächst das Land mit einem Tankstellennetz überzieht, bevor man sich überlegt, welche Autos man bauen will", erklärt Dr. Bittmann.

"Denn seit Jahren wird aus Kosten-Nutzen-Überlegungen, aus Verantwortung gegenüber dem Datenschutz und Vertrauensschutz im Arzt-Patienten-Verhältnis in ärztlichen Praxen, in Ärzteverbänden, bei Ärztetagen und in gesellschaftlichen und politischen Kreisen die Sinnhaftigkeit der elektronischen Gesundheitskarte diskutiert. Die von der gematik, den Krankenkassen und der Industrie aufgestellte Systematik mit neuen Lesegeräten und gefordertem Online-Betrieb für zentrale Server mit elektronischer Patientenakte wird vom NAV-Virchow-Bund nach wie vor abgelehnt", erläutert Bittmann.

Seit langem würden in Ärztenetzen alternative Lösungen genutzt. Die USB-Technik wird dabei als eine Alternative gesehen, bei der alle medizinischen Daten in der Hand des Patienten bleiben. "Der Datenschutzbeauftragte Hessens beurteilt aktuell die USB-Technologie für gut. Das kann also der richtige Weg sein", so Dr. Bittmann.

Quelle und Kontaktadresse:
NAV-Virchow-Bund Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Bundesgeschäftsstelle Berlin Klaus Greppmeir, Hauptgeschäftsführer Chausseestr. 119b, 10115 Berlin Telefon: (030) 2887740, Telefax: (030) 28877413

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