Pressemitteilung | Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)
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Pressemitteilung: Bundesweite Kampagne Nicht am Menschen sparen gestartet

(Berlin) - Mitglieder des evangelischen Bundesfachverbandes für Teilhabe (BeB) in Baden- Württemberg haben die Kampagne „Nicht am Menschen sparen“ gegen Kürzungen in der Eingliederungshilfe initiiert. Der BeB trägt diese Initiative auf die Bundesebene und ruft gemeinsam mit seinen Mitgliedern dazu auf, sich aktiv gegen Leistungskürzungen einzusetzen.

Kürzungen gefährden die Teilhabe: In allen Bundesländern stehen Leistungen für Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung unter Druck. Teilweise wurden bereits Kürzungen vorgenommen, andernorts werden sie diskutiert. Diese Entwicklung gefährdet die gesellschaftliche Teilhabe und hat gravierende Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen. Gleichzeitig bleibt übermäßige Bürokratie als zentraler Kostentreiber des Bundesteilhabegesetzes weitgehend unberücksichtigt.
Pfarrer Frank Stefan, Vorsitzender des BeB, erklärt „Wer an der Eingliederungshilfe spart, spart nicht an Strukturen, sondern an Menschen. Es geht hier nicht um Posten im Haushalt, sondern um das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Dieses Recht ist unantastbar. Eine Gesellschaft zeigt ihren Zusammenhalt daran, wie sie die Schwächsten schützt. Genau daran dürfen wir jetzt nicht scheitern.“

Dietmar Prexl, Mit-Initiator der Kampagne „Nicht am Menschen sparen“ und Vorstandsvorsitzender der Diakonie Stetten: „Wenn öffentliche Haushalte unter Druck geraten, darf die Antwort nicht sein, bei den Menschen zu sparen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Menschen mit Behinderung sind kein Sparpotenzial. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, die vorhandenen Mittel wirksamer einzusetzen. Allein durch einfachere Verfahren, einheitliche Standards und konsequente Digitalisierung lassen sich Millionen einsparen, ohne Teilhabe infrage zu stellen. Nicht am Menschen sparen, sondern an der Bürokratie, das ist der eigentliche Reformauftrag.“

Kampagne macht Folgen sichtbar: Die Kampagne macht die konkreten Folgen von Leistungskürzungen sichtbar und sammelt Erfahrungen aus dem Alltag. Zugleich richtet der BeB klare Vorschläge an die politischen Verantwortlichen.
Teilhaberecht anerkennen und umsetzen: Aktuelle Vorschläge verdrängen personenzentrierte Leistungen zugunsten pauschaler Angebote und stellen Teilhabe als Kostenfrage dar. Das widerspricht inklusiven Zielen und der UN-Behindertenrechtskonvention. Besonders Leistungen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf sind gefährdet.

Bürokratie abbauen und Digitalisierung stärken: Kürzungen lösen keine strukturellen Probleme. Der BeB fordert Bürokratieabbau und mehr Digitalisierung, um Prozesse effizienter zu gestalten. Hier können enorme Verwaltungs- und Personalkosten gespart werden.

Für die Kampagne gibt es zahlreiche Materialien, die zum Teilen und Mitmachen einladen. Alle Materialien stehen auf der Kampagnenseite des BeB zum Download bereit. Für Rückfragen und weitere Informationen zu den Materialien wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des BeB.

https://beb-ev.de/aktuelles/bundesweite-kampagne-nichtammenschensparen/

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB), Sevinç Topal, Leiter(in) Kommunikation und Digitalisierung, Invalidenstr. 29, 10115 Berlin, Telefon: 030 83001-270

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