Programm "Willkommen bei Freunden" / Ein guter Anfang, aber mehr auch nicht
(Berlin) - Die Deutsche Kinderhilfe e. V. begrüßt die Ankündigung von Familienministerin Schwesig, die Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen in den kommenden drei Jahren mit zwölf Millionen Euro zu unterstützen.
Für Flüchtlingskinder und ihre Familien kann dies jedoch nur ein Anfang sein. "12 Millionen Euro hören sich erst einmal viel an. Doch bei rund 400 Landkreisen und kreisfreien Städten macht dies jeweils nur EUR 10.000,- pro Jahr aus", so Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e. V.
Mit der Unterbringung der Flüchtlinge in mehr oder weniger tauglichen Wohneinrichtungen ist es nicht getan. Es gilt insbesondere, die Sprachbarriere zu überwinden und Flüchtlingsfamilien mit den nach geltendem Recht zwingend in deutscher Sprache abzufassenden Bescheiden deutscher Behörden nicht allein zu lassen.
Neben Sprachpatenschaften und der Unterstützung durch Dolmetscher/-innen wäre es sinnvoll, den eingereisten Familien einen umfassenden Ratgeber in ihrer jeweiligen Muttersprache zur Verfügung zu stellen, der sie durch den Bürokratiedschungel führt, aber auch alltägliche Fragen, wie das Anschaffen einer Telefonkarte oder bei dem Besuch beim Kinderarzt, unterstützt.
Die vorhandenen und versprochenen Mittel können nur dann einen Nutzen haben, wenn Bürokratie und Föderalismus den effektiven Einsatz nicht ausbremsen. Hier ist beispielsweise zu prüfen, ob und wie Beratungsbroschüren und Antragshinweise bundeseinheitlich übersetzt werden können.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Pressestelle
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 24342940, Fax: (030) 24342949
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