Pressemitteilung | Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH)
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Rentenreformvorschläge zielen Richtung Generationengerechtigkeit

(Berlin) - Anlässlich der Übergabe der Empfehlungen der Rentenkommission an die Bundesregierung am 23.06.2026 in Berlin, gibt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) eine Erklärung ab.

„Der Empfehlungskatalog der Rentenkommission hat das Potenzial, das deutsche Rentensystem durch einen notwendigen strukturellen Umbau generationengerechter aufzustellen. Die schwarz-rote Koalition muss nun den Mut aufbringen, das Gesamtpaket aus empfohlenen, ineinandergreifenden Maßnahmen als Ganzes umzusetzen. Positiv zu bewerten sind insbesondere die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, der Abbau von Frühverrentungsanreizen, die Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors sowie der Einstieg in die Kapitaldeckung. Diese Elemente stärken die langfristige Stabilität und verbessern die Generationenbilanz. Ebenfalls richtig ist eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige.

Sowohl bei der Ausgestaltung der Altersvorsorgepflicht als auch bei der Finanzierung der Kapitaldeckung muss die Politik allerdings nachsteuern: Bei der geplanten Altersvorsorgepflicht braucht es eine generelle Wahlfreiheit für Selbstständige zwischen gesetzlicher und privater Absicherung. Ebenso darf die Einführung zusätzlicher Beiträge zur Finanzierung der Kapitaldeckung nicht zu einer höheren Gesamtbelastung führen. Ziel muss es bleiben, den Gesamtsozialversicherungsbeitrag möglichst wieder unter 40 Prozent zu stabilisieren und die Beitragslast für Betriebe und Beschäftigte tatsächlich zu senken.

Bei der vorgeschlagenen weiteren Einschränkung von Frühverrentungsmöglichkeiten ist aus Sicht des Handwerks darauf zu achten, dass gesichert bleibt, dass Menschen in körperlich belastenden Berufen nach 45 Versicherungsjahren ab 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können.

Die grundsätzlich positive Bewertung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betriebe ebenso wie die Beschäftigten zunächst erneut massiv belastet werden. Die Koalition muss endlich auch hier mutige Antworten finden. Nur bei gleichzeitiger Entlastung an anderer Stelle wird die Wirtschaft wieder in Schwung kommen. Die Wettbewerbsfähigkeit darf nicht weiter verschlechtert werden. Die Wirtschaft ächzt unter einer viel zu hohen Steuer- und Abgabenlast.

Besonders problematisch ist zudem der Vorschlag, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Status von Mini-Jobs generell abzuschaffen. Minijobs sind ein unverzichtbares Flexibilitäts-Instrument. Sie ermöglichen es Betrieben, auf schwankende Auftragslagen, personelle Engpässe und Kundenwünsche zu reagieren. Hier braucht es definitiv andere Lösungen, um die dieser Funktion von Mini-Jobs gezielt gerecht zu werden.“

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH), Anton-Wilhelm-Amo-Str. 20/21, 10117 Berlin, Telefon: 030 20619-0

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