Riesterfaktor ganz streichen
(Berlin) - Bei der Rentenanpassung zum 1. Juli handelt es sich keineswegs um ein besonderes Geschenk an die Älteren, erklärte der Präsident des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler, zur gestern (8. Mai 2008) beschlossenen Rentenerhöhung. Die Erhöhung um 1,1 Prozent ist zu niedrig, um wenigstens die Preissteigerungsrate auszugleichen. Sie wird fast zu einem Viertel durch die gleichzeitige Anhebung des Pflegebeitrags um 0,25 Prozent reduziert, da Rentner diese Erhöhung in vollem Umfang selbst zu tragen haben.
Winkler wies darauf hin, dass die Bundesregierung den Riesterfaktor lediglich für zwei Jahre aussetze und die dadurch bedingte Kürzung bei der Rentenanpassung später nachholen wolle. Wir sagen ja zur Aussetzung des Riester-Faktors. Dann aber bitte nicht nur für zwei Jahre, sondern ab sofort und vollständig, forderte der Verbandspräsident. Immerhin sei die Geschäftsgrundlage für diesen Rentenkürzungsfaktor nicht gegeben, weil sich nur eine Minderheit der potentiell Berechtigten an der Riester-Rente beteilige.
Die ersatzlose Streichung des Riester-Faktors wäre ein erster und vernünftiger Schritt, um die Lohnbezogenheit der Renten wieder herzustellen, betonte Winkler. Erst wenn die Kürzungsfaktoren in der Rentenformel rückgängig gemacht werden, können steigende Löhne und Gehälter sich auch entsprechend in höheren Renten widerspiegeln.
Quelle und Kontaktadresse:
Volkssolidarität Bundesverband e.V.
Tilo Gräser, PR-Referent
Alte Schönhauser Str. 16, 10119 Berlin
Telefon: (030) 27897100, Telefax: (030) 27593959
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