Pressemitteilung | Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) - Hauptstadtbüro
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Rosenberger: Nur gute Ausbildung sichert Nachwuchskräfte

(Hamburg) - "Frisierte Bilanzen helfen weder den Jugendlichen noch den Arbeitgebern", kommentiert Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die aktuelle Ausbildungsplatzbilanz 2009. "Fakt ist, dass wir schon seit Jahren erleben, dass die Statistik der Agentur für Arbeit nicht die tatsächliche Realität der Ausbildungsplatz suchenden jungen Menschen widerspiegelt. Hier brauchen wir möglichst schnell einen ehrlicheren Umgang mit der Statistik, gerade damit geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen werden können."

Auf erhebliche Kritik stoßen bei NGG überdies die Aussagen der Arbeitgeberverbände, die alleine den Jugendlichen die Schuld an noch freien Ausbildungsplätzen geben und ihnen mangelnde Mobilität vorwerfen. Aus Sicht der NGG-Vize wird sich der Kampf um gute Ausbildung mit weiter fallenden Bewerberzahlen noch verstärken. Dies gelte insbesondere für das Hotel- und Gaststättengewerbe: "In der Tat wird im Gastgewerbe häufig Ausbeutung mit Ausbildung verwechselt." So zeige die Auswertung des DGB-Reports zur Ausbildungsqualität der gastgewerblichen Berufe erschreckende Mängel auf: Unbezahlte Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten und die Nichteinhaltung der Fünf-Tage-Woche seien nur einige Beispiele, die deutlich machen, wie es um die Ausbildung im Gastgewerbe bestellt sei.

Rosenberger: "Da verwundert es nicht, dass gerade diese Branche immer größere Schwierigkeiten hat, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Wenn den Bewerberinnen und Bewerbern vermehrt Alternativen zur Verfügung stehen, bekommen Qualität und Zukunftsaussichten einer Ausbildung einen viel höheren Stellenwert. Gerade hier hat das Gastgewerbe einen immensen Nachholbedarf." Außerdem werde für die junge Generation die Work-Life-Balance immer mehr zu einem wichtigen Faktor bei der Berufswahl. Auch hierauf hätten die Betriebe des Gastgewerbes immer noch nicht reagiert.

"Letztendlich kann nur das Gastgewerbe selbst für attraktive Ausbildung sorgen, um so einen gravierenden Fachkräftemangel zu vermeiden", so die NGG-Vize. Gleichzeitig erneuerte Rosenberger ihre Bereitschaft, dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) bei der Verbesserung und Sicherung der Ausbildung zu unterstützen: "NGG und die Betriebsräte der Branche sind gerne bereit, hier im Rahmen von Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen die Ausbildungsqualität voranzubringen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern."

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Hauptstadtbüro Dr. Karin Vladimirov, Pressesprecherin Luisenstr. 38, 10117 Berlin Telefon: (030) 288849693, Telefax: (030) 288849699

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