Rückenwind durch die Bevölkerung / 81 Prozent der Deutschen unterstützen Ärzteprotest
(Berlin) Mit kräftigem Rückenwind aus der Bevölkerung gehen die deutschen Mediziner in die wohl größte Ärzte-Demonstration nach dem Zweiten Weltkrieg am morgigen Mittwoch in Berlin: Laut einer repräsentativen Infratest-Umfrage, die vom NAV-Virchow-Bund in Auftrag gegeben wurde, äußern 81 Prozent der Deutschen Verständnis für die Anliegen der Ärzteschaft.
Es ist uns gelungen, deutlich zu machen, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung auf dem Spiel steht, kommentiert Dr. Maximilian Zollner, der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, NAV-Virchow-Bund, die Zahlen. Durch die katastrophalen Arbeitsbedingungen wandern immer mehr Mediziner ab und durch eine planlose Kostendämpfungspolitik wird es immer schwieriger, die Menschen angemessen zu behandeln, erklärt Dr. Zollner.
Noch viel deutlicher fiel das Ergebnis über das ebenfalls morgen im Bundestag behandelte Arzneimittel-Spargesetz (Arzneimittelverordnungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz AVWG): Dieses Vorhaben lehnen 84 Prozent der Deutschen ab.
Am morgigen Mittwoch kommen mehrere Tausend Ärzte aus ganz Deutschland nach Berlin, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen und gegen die Unterfinanzierung des Gesundheitswesens zu demonstrieren. Niedergelassene Ärzte erbringen rund ein Drittel ihrer Arbeit ohne Bezahlung. Die zumeist von den Krankenkassen verursachte Bürokratie blockiert mittlerweile 20 Prozent der Arbeitszeit in den Praxen. Das führt dazu, dass rund ein Drittel der Praxen vor dem Aus stehen. In vielen Regionen Deutschlands finden niedergelassene Ärzte keine Nachfolger für ihre Praxen. Der sich abzeichnende Ärztemangel führt in einigen Gebieten bereits zu Versorgungsengpässen.
Der NAV-Virchow-Bund, einer der Akteure der Ärztedemonstration am 18. Januar 2006, schätzt, dass am morgigen Mittwoch mehrere Tausend Ärzte zur Demonstration nach Berlin kommen werden. Weit über die Hälfte aller Artpraxen werden am Mittwoch voraussichtlich geschlossen sein. Der Notfalldienst ist davon jedoch nicht betroffen.
Die Ergebnisse der Umfrage erhalten Sie im Internet unter www.nav-virchowbund.de.
Quelle und Kontaktadresse:
NAV-Virchow-Bund Geschäftsstelle Berlin
Pressestelle
Chausseestr. 119 b, 10115 Berlin
Telefon: (030) 2852690, Telefax: (030) 28526915
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