SoVD fordert bessere Versorgung und mehr Geld für Forschung / ME/CFS: Betroffene endlich sichtbar machen
(Hannover) - Über 600.000 Betroffene und eine trotzdem katastrophale Versorgung: So sieht die Situation derjenigen aus, die an der Krankheit ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) leiden. Oft können sie das Haus nicht mehr verlassen und die entsprechende medizinische Unterstützung fehlt. Anlässlich des „Internationalen ME/CFS-Tags“ am 12. Mai fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen von der Landesregierung dringend Maßnahmen, damit Patient*innen endlich ernstgenommen werden.
ME/CFS ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die dafür sorgt, dass bei Betroffenen bereits leichte körperliche oder geistige Anstrengungen zu einer massiven und langanhaltenden Verschlechterung der Gesundheit führen. Die Folge: Erkrankte können ihre Wohnung oft nicht mehr verlassen und müssen in völlig abgedunkelten Räumen liegen. „Obwohl mehr als eine halbe Million Menschen an ME/CFS leiden und die Einschränkungen wirklich dramatisch sind, wird ihnen an vielen Stellen die notwendige Unterstützung verwehrt. Gerade die Politik ignoriert die Patient*innen“, beschreibt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, die derzeitige Situation.
Er macht darauf aufmerksam, dass spezialisierte Ambulanzen in Niedersachsen – etwa an der Medizinischen Hochschule in Hannover oder an der Uniklinik in Göttingen – hoffnungslos überlaufen sind und mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben. „In unserer Beratung wird vor allem deutlich, dass sich viele Ärzt*innen und Behörden mit dem Krankheitsbild überhaupt nicht auskennen. Das führt dazu, dass Betroffene mit ihren Symptomen nicht ernstgenommen und Leistungen wie eine Erwerbsminderungsrente oder ein Pflegegrad abgelehnt werden“, kritisiert Swinke. Deshalb fordert der SoVD mehr Geld für die weitere Erforschung von ME/CFS und eine bessere Versorgungsstrategie. Vor allem müssten aber Ärzt*innen für die Krankheit sensibilisiert werden. „Die Betroffenen dürfen nicht länger unsichtbar bleiben“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Für weitere Infos: In einer Folge des SoVD-Podcasts „Kein Ponyhof“ erzählt eine an ME/CFS-Erkrankte von ihrem Kampf um einen Grad der Behinderung: https://youtu.be/aAfeDWoqeTw.
Quelle und Kontaktadresse:
(SoVD) Sozialverband Deutschland - Landesverband Niedersachsen e.V., Stefanie Jäkel, Pressesprecher(in), Herschelstr. 31, 30159 Hannover, Telefon: 0511 701480
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen



