Spezielle Schmerzpflege stärkt Versorgungsqualität und Patient:innensicherheit
(Berlin) - Zum bundesweiten Aktionstag gegen den Schmerz am 2. Juni macht der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) auf die zentrale Bedeutung der Speziellen Schmerzpflege aufmerksam. Menschen mit akuten oder chronischen Schmerzen benötigen eine qualitativ hochwertige, evidenzbasierte und personenzentrierte Versorgung. Dafür braucht es speziell qualifizierte Pflegefachpersonen, die ihre Expertise verbindlich in die Versorgung einbringen können.
„Schmerzen beeinträchtigen Lebensqualität, Selbstständigkeit und Teilhabe massiv. Pflegefachpersonen mit einer Weiterbildung in Spezieller Schmerzpflege leisten einen unverzichtbaren Beitrag, um Betroffene professionell und wirksam zu begleiten“, erklärt Vera Lux, Präsidentin des DBfK.
Die Anforderungen an das Schmerzmanagement sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders bei komplexen chronischen Schmerzerkrankungen braucht es spezialisierte Kompetenzen im Assessment, in der pflegerischen Diagnostik, in edukativen Maßnahmen sowie in der Steuerung medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapien. Der Pflegeprozess und die pflegerische Einschätzung sind dabei gesetzlich verankerte Vorbehaltsaufgaben von Pflegefachpersonen. Vera Lux macht deutlich: „Wer Menschen mit komplexen Schmerzsituationen versorgen will, braucht hochqualifizierte Pflegefachpersonen im interprofessionellen und therapeutischen Team. Spezielle Schmerzpflege ist daher keine Zusatzoption, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Gesundheitsversorgung.“
Der DBfK fordert deshalb:
• die verbindliche Einbindung von Pflegefachpersonen der Speziellen Schmerzpflege in allen Versorgungssettings,
• die konsequente Anerkennung pflegerischer Vorbehaltsaufgaben im Schmerzmanagement,
• die bundesweite strukturelle und curriculare Verankerung der Weiterbildung Spezielle Schmerzpflege auf DQR-5-Niveau mit perspektivischer Weiterentwicklung auf DQR 7,
• sowie den Ausbau personeller und finanzieller Rahmenbedingungen für spezialisierte pflegerische Schmerzversorgung.
Die Weiterbildung Spezielle Schmerzpflege orientiert sich an europäischen Standards und vermittelt vertiefte Kompetenzen in Schmerzassessment, Edukation, interprofessioneller Zusammenarbeit sowie evidenzbasierter Therapiegestaltung. Pflegefachpersonen übernehmen damit eine Schlüsselrolle für Qualitätssicherung und Patient:innensicherheit. „Eine gute Schmerzversorgung gelingt nur interprofessionell – aber sie gelingt nicht ohne Pflege. Speziell qualifizierte Pflegefachpersonen sorgen dafür, dass Schmerzen früh erkannt, professionell eingeschätzt und wirksam behandelt werden“, so die DBfK-Präsidentin weiter.
Anlässlich des Aktionstags gegen den Schmerz appelliert der DBfK an Politik, Einrichtungen und Kostenträger, die Spezielle Schmerzpflege endlich verbindlich in den Versorgungsstrukturen zu verankern und damit die Versorgung Millionen betroffener Menschen nachhaltig zu sichern und zu verbessern.
Die DBfK-Fachgruppe Pflegeexpert:innen Schmerz hat gemeinsam mit Vertreter:innen der Deutschen Schmerzgesellschaft die Forderungen in einem Positionspapier zum Thema ausführlich dargelegt: Qualitativ hochwertige Schmerzversorgung durch Spezielle Schmerzpflege
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe - Bundesverband e.V. (DBfK), Alt-Moabit 91, 10559 Berlin, Telefon: 030 219157-0
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