Stahl bleibt wichtigster Werkstoff für das Automobil / VDA sieht gestiegene Rohstoffpreise als Herausforderung
(Frankfurt am Main/Wiesbaden) - Die gestiegenen Rohstoffpreise stellen die deutsche Automobilindustrie und ihre Zulieferer vor große Herausforderungen betonte Dr. Thomas Schlick, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf einer Stahlkonferenz in Wiesbaden. Seit Anfang 2005 hätten sich die Preise für Warmbreitbandstahl um 41 Prozent erhöht, Aluminium sei um 55 Prozent teurer geworden, der Kupferpreis sogar um 174 Prozent gestiegen. Diese Preisrallye habe für die Automobilindustrie ein nicht unerhebliches Belastungspotenzial geschaffen.
Stahl sei nach wie vor der wichtigste Werkstoff für das Automobil und nur begrenzt ersetzbar. Dr. Schlick wies darauf hin, dass das Innovationspotenzial des Werkstoffes Stahl im Bereich Leichtbau und Korrosionsschutz durchaus Vorteile gegenüber Aluminium biete: Die komplexen Geometrien modernen Automobildesigns, nicht nur in der Außenhülle, lassen sich mit Stahl effizienter und damit ökonomischer realisieren als mit allen anderen Werkstoffen.
Um die international gute Position der deutschen Automobilindustrie zu sichern, sei der ungehinderte Zugang zu Rohstoffen von enormer Bedeutung. Dr. Schlick: Die rechtzeitige und ausreichende Verfügbarkeit von Stahl in den für den Automobilbau notwendigen hohen Qualitäten und eng gefassten Spezifikationen ist ein Schlüssel-Erfolgsfaktor für die Automobilindustrie. Die Stahlwerke in Europa seien über Jahrzehnte Partner der Automobilindustrie. Doch auch die Stahlhandelsströme veränderten sich, das internationale Sourcing nehme zu.
Dr. Schlick verwies darauf, dass sich auch die Rohstoffpreise für die Stahlindustrie deutlich erhöht hätten. Eisenerz habe sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel verteuert, der Kokskohlepreis sei auf das Dreifache gestiegen. Die Lasten hieraus könne die Automobilindustrie nicht alleine tragen. Der VDA stehe für einen fairen Umgang miteinander. Dr. Schlick: In der automobilen Lieferkette müssen die Mehrbelastungen, die sich zwangsläufig ergeben, von allen Schultern getragen werden. Die Überwälzung der Preise an die Kunden sei in den wettbewerbsintensiven Automobilmärkten keine Option.
Der Verband sei sich der Herausforderungen durchaus bewusst, die sich innerhalb der Wertschöpfungskette ergeben. Der VDA bietet Herstellern und Zulieferern einen institutionellen Rahmen zur objektiven Analyse der Rohstoff-Marktlage und stellt der automobilen Wertschöpfungskette mit hoher Commodity-Intensität unverzerrte Markt-Informationssysteme zur Verfügung. Damit wird sichergestellt, dass die Marktteilnehmer über die gleiche Datenbasis verfügen und so den Prozess des `burden sharings´ auf eine nachvollziehbare Plattform stellen, unterstrich Dr. Schlick.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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