Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)

Streiks hinterlassen Bremsspuren bei Produktion und Export

(Frankfurt am Main) - Der Streik in der ostdeutschen Metallindustrie hat verhindert, dass die Monatsergebnisse der deutschen Automobilindustrie im Juni 2003 an die erfreuliche Entwicklung im Mai anschließen; er hat die Produktions- und Absatzmöglichkeiten dieser Branche beeinträchtigt. Insgesamt wurden mit 387.000 Pkw 90.000 Fahrzeuge weniger hergestellt als vor einem Jahr. Dies entspricht einem Rückgang um 19 Prozent. Arbeitstäglich bereinigt (im Juni 2003 gab es einen Arbeitstag weniger als vor einem Jahr) wurden 15 Prozent weniger Personenkraftwagen in Deutschland gefertigt. Im ersten Halbjahr 2003 wurden mit knapp 2,6 Mio. Fahrzeugen 1 Prozent mehr Personenkraftwagen hergestellt als ein Jahr zuvor.

Im bisherigen Jahresverlauf stiegen die Exporte der deutschen Hersteller auf wichtigen Auslandsmärkten. Bis Mai 2003 setzten sie in Westeuropa 3 Prozent mehr Pkw ab als ein Jahr zuvor, während die Neuzulassungen in den westeuropäischen Märkten in dieser Zeit um 4 Prozent zurückgingen. Die Ausfuhr in die USA konnte um 9 Prozent gesteigert werden, der Gesamtmarkt in den USA fiel um 2 Prozent schwächer aus. Die Exporte nach Osteuropa und nach Asien legten sogar um jeweils 20 Prozent zu. Im Juni hat der Streik beim Export erhebliche Bremsspuren hinterlassen. Mit 271.000 Pkw wurden 18 Prozent weniger Fahrzeuge im Ausland abgesetzt als ein Jahr zuvor. Im ersten Halbjahr 2003 konnten die deutschen Hersteller mit 1,8 Mio. Fahrzeugen ihre Ausfuhr immer noch um 1 Prozent steigern. Die Tarifauseinandersetzung hat eine Branche unnötigerweise getroffen, die bislang Konjunkturstütze der deutschen Volkswirtschaft war.

Die Pkw-Neuzulassungen fielen im Juni 2003 erwartungsgemäß schwächer aus. Ein Arbeitstag weniger und vorgezogene Käufe im Mai führten dazu, dass es bei den Neuregistrierungen zu einem Rückgang um 5 Prozent auf schätzungsweise 292.000 Pkw kam. Saisonbereinigt haben sich die Zulassungen im Juni aber weiter stabilisiert und überschritten das Volumen vom Mai 2003 um 1 Prozent. Mit 1,67 Mio. Fahrzeugen wurden im ersten Halbjahr 1 Prozent weniger Personenkraftwagen in Deutschland abgesetzt als ein Jahr zuvor.

Die Pkw-Nachfrage aus dem Inland fiel, nach dem Zwischenhoch im Mai, im Berichtsmonat ebenfalls schwächer aus. Die Auftragseingänge unterschritten das entsprechende Vorjahresvolumen um 5 Prozent, saisonbereinigt kam es gegenüber dem Vormonat zu einem Rückgang um 3 Prozent. Die starke Verunsicherung bei den Verbrauchern ist noch nicht gewichen. Im ersten Halbjahr gingen 3 Prozent weniger Ordereingänge aus dem Inland bei den deutschen Herstellern ein. Die Bestellungen aus dem Ausland unterschritten in diesem Zeitraum das Vorjahresergebnis ebenfalls um 3 Prozent.

Die Inlandsnachfrage nach deutschen Transportern hat sich im Juni zwar um 5 Prozent abgeschwächt, arbeitstäglich bereinigt erreichte sie jedoch in etwa das Vorjahresniveau. Die Auftragseingänge von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen übertrafen dagegen das Volumen vom Juni 2002 um 5 Prozent; damit hat sich die leichte Erholung der letzten Monate weiter verstetigt.

Im ersten Halbjahr 2003 kam es sowohl im Transporterbereich als auch bei den Lkw über 6 t zu einem Orderrückgang aus dem Inland um 2 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland für Nutzfahrzeuge bis 6 t fielen im Vergleich zum Juni 2002 um 8 Prozent höher aus, die Nachfrage nach mittleren und schweren Fahrzeugen über 6 t erreichte das Vorjahresniveau. Im bisherigen Jahresverlauf blieb die Transporternachfrage aus dem Ausland um 10 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück, während bei schweren Nutzfahrzeugen deutscher Hersteller 6 Prozent mehr Order eingingen.

In Deutschland wurden im Juni voraussichtlich 16.300 leichte und 5.900 schwere Nutzfahrzeuge neu zugelassen, das waren 11 Prozent bzw. 4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich bei den Nfz über 6 t die stagnierende Absatzentwicklung weiter fort. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 1 Prozent mehr mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge neu registriert als vor einem Jahr. Im Bereich bis 6 t sind dagegen die Neuzulassungen seit Anfang 2000 rückläufig und schwächten sich im ersten Halbjahr 2003 um 6 Prozent ab.

Die Transporterausfuhr fiel im Juni 2003 um 9 Prozent schwächer aus als vor einem Jahr, der Export von Nfz über 6 t ging um 5 Prozent zurück. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lieferten die deutschen Hersteller, trotz rückläufiger Märkte, genausoviel Transporter ins Ausland wie ein Jahr zuvor. Die Ausfuhr von Nutzfahrzeugen über 6 t stieg sogar um 4 Prozent.

Die Fertigung von Transportern unterschritt das allerdings relativ hohe Vorjahresniveau um 18 Prozent, saisonbereinigt stagnierte die Produktion auf Vormonatsniveau. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 3 Prozent weniger Transporter hergestellt als im ersten Halbjahr 2002. Die Produktion von Nutzfahrzeugen über 6 t fiel im Juni zwar um 8 Prozent niedriger aus als vor Jahresfrist, im bisherigen Jahresverlauf legte sie jedoch um 4 Prozent zu. Die stabile Inlandsnachfrage und der gestiegene Absatz im Ausland haben die Produktion von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen in Deutschland gestützt.

Personenkraftwagen

Die Pkw-Produktion musste im Juni 2003 aufgrund des Streiks in der ostdeutschen Metallindustrie um 19 Prozent auf 387.000 Einheiten zurückgefahren werden. Bei den direkt vom Streik betroffenen Herstellern kam es zu Produktionseinbrüchen um rund 30 Prozent. Damit wurden im ersten Halbjahr 2003 mit knapp 2,6 Mio. Einheiten nur noch 1 Prozent mehr Fahrzeuge in Deutschland gefertigt als ein Jahr zuvor.

Der Streik hinterließ auch seine Spuren beim Pkw-Export. Im Juni wurden analog zur Produktion ebenfalls 18 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeführt als vor einem Jahr. In den ersten sechs Monaten 2003 setzten die deutschen Pkw-Hersteller zwar noch 1 Prozent mehr Fahrzeuge im Ausland ab, tendenziell entwickelt sich die Exportkurve jedoch seit einem Jahr rückläufig.

Der Absatz von Personenkraftwagen schwächte sich im Juni um 5 Prozent auf schätzungsweise 292.000 Einheiten ab. Saisonbereinigt haben die Neuzulassungen jedoch im dritten Monat hintereinander leicht zugelegt. Bis einschließlich Juni 2003 wurden in Deutschland mit 1,67 Mio. Pkw gut 1 Prozent weniger Fahrzeuge neu registriert als ein Jahr zuvor.

Die Binnennachfrage nach deutschen Personenkraftwagen lag im Berichtsmonat zwar 5 Prozent unter Vorjahresniveau, saisonbereinigt kam es gegenüber dem Vormonat zu einem Rückgang um 3 Prozent. Damit blieben die inländischen Auftragseingänge weiter auf niedrigem Niveau und verfehlten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres das Ordervolumen vom ersten Halbjahr 2002 um 3 Prozent. Aus dem Ausland gingen im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls 3 Prozent weniger Bestellungen ein, im Juni 2003 verbuchten die deutschen Hersteller gleich viele Order aus dem Ausland wie ein Jahr zuvor.

Nutzfahrzeuge

Die Fertigung von Transportern wurde im Juni 2003 um 18 Prozent zurückgenommen. Im bisherigen Jahresverlauf produzierten die deutschen Hersteller 3 Prozent weniger leichte Nfz. Dagegen stieg ihre Fertigung von Nfz über 6 t in diesem Zeitraum um 4 Prozent. Im Juni kam es allerdings zu einem Rückgang um 8 Prozent.

Nachdem die Transporterausfuhr seit Herbst letzten Jahres tendenziell stark angezogen hatte, fiel sie im Juni 2003 wieder zurück und unterschritt das entsprechende Vorjahresvolumen um 9 Prozent. Im Bereich über 6 t wurden 5 Prozent weniger Fahrzeuge exportiert als im Vorjahresmonat. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erzielten die deutschen Nfz-Hersteller ein stabiles Ausfuhrergebnis im Transporterbereich, in der Gewichtsklasse über 6 t konnten sie sogar 4 Prozent mehr Nutzfahrzeuge ins Ausland liefern als ein Jahr zuvor.

Die Neuzulassungen von Nfz bis 6 t unterschritten im Juni das vergleichbare Vorjahresergebnis um 11 Prozent. Im Vergleich zum Mai 2003 stiegen sie saisonbereinigt jedoch um 1 Prozent. Im Bereich über 6 t wurden um Juni 4 Prozent weniger Fahrzeuge neu angemeldet. Bis einschließlich Juni stand einem Absatzrückgang um 6 Prozent im Transportersektor, ein Zuwachs um 1 Prozent im Bereich über 6 t gegenüber.

Die inländischen Auftragseingänge von Nfz insgesamt unterschritten sowohl im Juni als auch im bisherigen Jahresverlauf die entsprechenden Vorjahresvolumina um 2 Prozent. Im Berichtsmonat stand einem Nachfrageanstieg im Bereich über 6 t um 5 Prozent, ein 5 Prozent schwächerer Ordereingang im Transportersegment gegenüber. Aus dem Ausland gingen im ersten Halbjahr 2003 10 Prozent weniger Bestellungen für Transporter und 6 Prozent mehr Order für Nfz über 6 t ein.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Westendstr. 61, 60325 Frankfurt Telefon: 069/975070, Telefax: 069/97507261

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