Talfahrt bei Unilever geht weiter
(Hamburg / Berlin) - "Leider ist es kein schlechter Aprilscherz. Unilever meint es ernst", so Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), heute anlässlich einer Belegschaftsversammlung der Unilever-Beschäftigten in Hamburg. Die Geschäftsführung der deutschen Unilever hatte den Angestellten ihrer Hauptverwaltung mitgeteilt, dass zusätzlich zu bereits geplanten Maßnahmen noch weitere 30 Millionen Euro eingespart werden sollen. Hierzu gehöre auch der Abbau von mehr als 200 Vollzeit-Arbeitsplätzen in den Bereichen Hauptverwaltung und Außendienst.
Unilever plane in Deutschland darüber hinaus mit dem Projekt "Acca", in den Produktionsstandorten zehn Prozent der Personalkosten einzusparen. Möllenberg: "Bisher ist Unilever hiermit nicht weiter gekommen, da den Gewerkschaften und Betriebsräten kein tragfähiges Zukunftskonzept präsentiert werden konnte. Unilever geht es nur um Kosten und Köpfe von möglichst vielen Beschäftigten. Andere Unternehmen zeigen selbst in der Wirtschaftskrise mehr soziale Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten und der Gesellschaft. Unilevers Talfahrt hingegen ist hausgemacht. Der neue CEO Paul Polman unterscheidet sich in seinem Sparwahn keineswegs von seinen Vorgängern. NGG verurteilt diese Personalpolitik auf das Schärfste."
So sei die Zahl der Unilever-Beschäftigten in Deutschland von 25.000 zu Beginn der 90er-Jahre auf nunmehr unter 7.000 gesunken. Zugleich belegten Statistiken, dass Unilever bei der Umsatzentwicklung der letzten zehn Jahre das Schlusslicht unter zwanzig großen Lebensmittelherstellern in Deutschland sei. "Wachstum ist nicht in Sicht. Die Abwärtsspirale bei Unilever in Deutschland dreht sich immer schneller", so Möllenberg: "Jetzt wird auch klar, warum die neue Unilever-Zentrale in Hamburg kleiner gebaut wurde, als es aufgrund der bisherigen Beschäftigtenzahl notwendig gewesen wäre. Unten immer weniger und oben immer mehr. Das gilt auch für die Gewinn- und Einkommenssituation bei Unilever."
Der Sparwahn zu Lasten der Beschäftigten solle ein Ergebnis wie 2008 ermöglichen: Der operative Unilever-Gewinn lag bei 5,3 Milliarden Euro. Und der neue Konzernchef Paul Polman erhielt für die ersten drei Monate bei Unilever 1,7 Millionen Euro.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Hauptstadtbüro
Dr. Karin Vladimirov, Pressesprecherin
Luisenstr. 38, 10117 Berlin
Telefon: (030) 288849693, Telefax: (030) 288849699
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