Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) - Bundesgeschäftsstelle
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Tarifflucht: Münstersche Zeitung ist nur die Spitze eines Eisbergs

(Berlin) - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die deutschen Zeitungsverleger auf, die zunehmende Tarifflucht und Kostensenkung durch Leiharbeit und Outsourcing umgehend zu beenden. "Das besonders eklatante und skrupellose Beispiel der Münsterschen Zeitung ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Ideenreichtum von Verlegern, wie sie zu Lasten der Redaktionen Kosten sparen können, scheint unendlich", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken die tarifflüchtigen Verleger. Lambert Lensing-Wolff, Verleger der Münsterschen Zeitung, hatte die 19 Mitarbeiter der Lokalredaktion Mitte Januar mit sofortiger Wirkung freigestellt und lässt den Lokalteil seitdem von einer neu gegründeten GmbH produzieren. Der DJV wird mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger in einem Informationsgespräch das Thema ausführlich diskutieren.

In einer Liste, die auf der DJV-Website unter http://www.djv.de/DJV-Liste_Tarifumgehung_der_V.629.0.html zu finden ist, hat der DJV zahlreiche Fälle von Tarifflucht zusammengetragen. 17 ausgelagerte Redaktionen bei der Sächsischen Zeitung, ausgelagerte Sportredakteure bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag sowie Leiharbeitnehmer in den Redaktionen der Allgemeinen Zeitung Mainz und der Nordwest-Zeitung seien nur einige der vielen unrühmlichen Beispiele, sagte Konken. "Die soziale Sicherheit der Journalisten wird von den Verlegern aufs Spiel gesetzt, da die outgesourcten oder als Leiharbeitnehmer beschäftigten Kollegen in vielen Fällen untertariflich bezahlt werden." Außerdem leide die publizistische Qualität.
Auch die so genannte OT-Mitgliedschaft im BDZV sei bereits mehrfach zum Tarifdumping genutzt worden. OT steht für "ohne Tarifbindung". Blätter wie die Fuldaer Zeitung oder die Neue Osnabrücker Zeitung sind Mitglied im BDZV, ohne dass sie an die vom Verlegerverband ausgehandelten Tarifverträge gebunden sind.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) Hendrik Zörner, Pressesprecher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Pressehaus 2107, Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin Telefon: (030) 7262792-0, Telefax: (030) 7262792-13

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