Tarifverhandlungen Süßwarenindustrie Bayern: Arbeitgeber rufen Schlichtung an
(Bonn) - Auch in der dritten Runde der Entgelttarifverhandlungen am 06.07.2026 in Fürth haben sich die Arbeitgeber und die Gewerkschaft NGG nicht auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Bayern verständigt. Die Arbeitgeber haben deshalb das Scheitern der Verhandlungen erklärt und die Schlichtung angerufen.
Die Arbeitgeber waren auch in der dritten Runde bereit, zu einem tragfähigen Abschluss zu kommen. Die NGG war abermals nicht kompromissbereit und hält starr an ihren Ausgangsforderungen fest. Die Vorstellungen beider Tarifvertragsparteien sind so weit voneinander entfernt, dass eine Einigung gegenwärtig nicht absehbar ist.
NGG-Forderung nicht mit der wirtschaftlichen Lage der Branche vereinbar
Die Gewerkschaftsforderung von 5,8 %, mindestens aber 230,- €, bei einer Laufzeit von nur 12 Monaten berücksichtigt die aktuelle wirtschaftliche Situation der Süßwarenindustrie in keiner Weise und gefährdet Arbeitsplätze.
Schlichter soll Tarifkonflikt lösen
Ein neutraler Schlichter soll nun gemeinsam mit beiden Tarifvertragsparteien einen Kompromiss erarbeiten, der den Beschäftigten und den Betrieben Sicherheit gibt. [Für die Dauer des Schlichtungsverfahrens gilt die Friedenspflicht. Streiks sind in dieser Zeit nicht zulässig.]
"Wenn am Verhandlungstisch vorerst keine Lösung möglich ist, ist die Schlichtung der richtige Weg. Unser Ziel bleibt ein Abschluss, der die Arbeitsplätze hier in Bayern sichert und den Beschäftigten eine faire Entwicklung ihrer Einkommen bringt", erklärt Dr. Mario Mundorf, tarifpolitischer Geschäftsführer des BDSI.
Zum Hintergrund
Der bestehende Entgelttarifvertrag für die Süßwarenindustrie in Bayern ist am 30.04.2026 ausgelaufen. Die Tarifgebiete der deutschen Süßwarenindustrie werden traditionell regional verhandelt; die Verhandlungen in weiteren Gebieten laufen teilweise bereits parallel. Die Süßwarenindustrie beschäftigt bundesweit rund 60.000 Menschen in etwa 200 überwiegend mittelständischen Unternehmen und ist damit die viertgrößte Branche der deutschen Ernährungsindustrie.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), Mario Mundorf, Geschäftsführer(in) Arbeits- und Sozialrecht, Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn, Telefon: 0228 26007-0
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