Pressemitteilung | Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (KGSH)

Themen im Sozialausschuss: DRG-Einführung und Ärzte-Arbeitszeit Vorarbeit der Kliniken ist vorbildlich

(Kiel) - "Ziel der Bemühungen aller Beteiligten im Gesundheitswesen sollte eine konstruktive Zusammenarbeit und ein Dialog zum Wohle der Patienten sein, statt die Verunsicherung der Öffentlichkeit voranzutreiben", sagte Bernd Krämer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) in seinem Statement zur Anhörung im Sozialausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags am Donnerstag, 5. Juni, in Kiel. Themen waren die Berichte der Landesregierung zur Einführung des Fallpauschalensystems (DRG) an schleswig-holsteinischen Krankenhäusern sowie über den Bereitschaftsdienst der Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken.

"Das neue diagnosebezogene Entgeltsystem hat natürlich zum Ziel, Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerung in den Kliniken herbeizuführen, aber politisch gewollt und ebenso wichtig ist auch die Schaffung von Transparenz über die erbrachten Leistungen und die Qualität in den Häusern", so Krämer.

Insgesamt 44 schleswig-holsteinische Krankenhäuser mit 80 Prozent der Betten im Land beteiligen sich an der optionalen Einführung bereits in diesem Jahr, ab 2004 ist die Umstellung dann verpflichtend. "Es wird", davon ist Krämer überzeugt und das wurde von vornherein allen Beteiligten prophezeit, "sowohl bei den Kliniken im Lande aber auch bei den Krankenkassen Kosten- und Einnahmeverschiebungen geben. Darüber jedoch bereits heute urteilen zu wollen ist verfrüht. Die Kliniken sind jedenfalls keine Kostentreiber wie seitens der Krankenkassen unterstellt wurde", ist Krämer sicher. Schon nach dem ersten Quartal der freiwilligen Einführung ein solch vernichtendes und die Bevölkerung verunsicherndes Urteil zu erlauben, wie kürzlich geschehen, zeugt weder von Weitblick noch Umsicht.

Ziel muß sein, den Umgang mit dem neuen System zu lernen, es auszufeilen, weiterzuentwickeln und daraus zu lernen. Hierfür sind die schleswig-holsteinischen Häuser bestens vorbereitet, was auch von der Landesregierung und unabhängigen Instituten bestätigt wurde und sich darüber hinaus auch an der Zahl der freiwilligen Umsteiger im Optionsjahr widerspiegelt.

Krämer: "Die Kliniken haben personell und finanziell große Vorleistungen zur DRG-Einführung erbracht. Sie sind leistungsfähig und bringen Top Qualität zu einem im Bundesvergleich niedrigen Preis. Dafür dürfen sie nicht bestraft werden, sondern müssen auf Landesebene dafür kämpfen, dies halten zu können und zudem langfristig bundesweit zu einem einheitlichen Preis für gleiche Leistung zu kommen".

Der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zur Arbeitszeitregelung der Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern sieht die KGSH gespannt entgegen. Die Arbeitssituation ist, wie die Krankenhausstatistik verdeutlichte, schon bis zum Äußersten gespannt. Es herrscht ein großer Fachkräftemangel sowohl bei den Ärzten als auch beim Pflegepersonal. Die Berufsbilder sind mittlerweile negativ besetzt. Gute Kräfte wandern sogar ins Ausland ab.

"Perspektiven und vor allem Anreize können aufgrund der festgelegten Krankenhausbudgets mit geringen Veränderungsraten (+ 0,81 Prozent) und den im Vergleich dazu hohen Tarifabschlüssen von gestaffelt rund 3 Prozent, von den Kliniken nicht geschaffen werden. Sollte es zudem zu einer Überarbeitung der Bereitschaftsdienstregelungen kommen müssen, so kann dies unter keinen Umständen von den Kliniken allein getragen werden", ist Krämer überzeugt.

Dabei gab es auch in diesem Bereich von Seiten der Krankenhausträger Ideen und Vorschläge mit Arbeitszeitmodellen, die aufgrund der finanziellen Einbußen von den Ärzten jedoch nicht akzeptiert wurden. "Die KGSH und ihre Mitgliedshäuser wollen auch hier zukunftsorientiert auftreten. Die Kliniken haben sich bereits in der Vergangenheit mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen auseinandergesetzt. Doch ist auch von Seiten der Politik Unterstützung von Nöten, um bei diesem Thema Erfolg zu haben, appelliert Krämer an die Verantwortung letztlich aller.

Dass das Thema eine bundesweite Herausforderung und nicht auf Schleswig-Holstein begrenzt ist, zeigt die von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) angeschobene Kampagne, die in den kommenden Wochen die Öffentlichkeit hinsichtlich der Arbeitsbelastung in den Kliniken sensibilisieren soll.

Quelle und Kontaktadresse:
Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. Feldstr. 75, 24105 Kiel Telefon: 0431/8810510, Telefax: 0431/8810515

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