Pressemitteilung | Deutscher Tierschutzbund e.V.
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Trauer um Bruno: Deutscher Tierschutzbund prüft rechtliche Schritte

(Berlin) - Erst am heutigen (26. Juni 2006) Morgen sollte der junge Braunbär JJ1, genannt „Bruno“, der in den Verlautbarungen des Ministeriums in den letzten Tagen vom Wildtier zum gefährlichen Raubtier wurde, zum Abschuss freigegeben werden. Doch schon in der Nacht wurde das Tier, dem wochenlang keiner habhaft werden konnte erschossen. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Bayern prüfen rechtliche Schritte gegen alle diejenigen, die den Abschuss zu verantworten haben.

Der Abschuss des Bären widerspreche einer Vielzahl internationaler Artenschutzvereinbarungen (Berner Konvention, Bonner Konvention, FFH-Richtlinie, Washingtoner Artenschutzübereinkommen) und verstoße gegen das Tierschutzgesetz. „Ich bin entsetzt, empört und traurig. Wochenlang gelingt es angeblich nicht, den Bären einzufangen. Kaum wird er zum Abschuss freigegeben, ist er auch schon tot. Es ist beschämend, dass die Behörden keine andere Antwort für den ersten Bären hatten, der nach 170 Jahren deutschen Boden betreten hat“, erklärt der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel.

Medienberichten zufolge war der junge Braunbär der sich seit Anfang Mai im österreichischen und bayerischen Alpenraum aufhielt, am Sonntag stundenlang von Wanderern beobachtet worden. Es wäre Zeit genug gewesen, endlich auf das Angebot von Professor Henning Wiesner einzugehen. Der anerkannte Experte, der weit reichende Erfahrung mit der Blasrohrbetäubung und dem Einfangen großer Wildtiere vorweisen kann, hatte den Behörden mehrfach seine Hilfe angeboten.

Freitag noch hatte der Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes, der der Bayerischen Staatsregierung - ebenfalls vergeblich - mehrfach seine Unterstützung angeboten und Umweltminister Schnappauf in einem Offenen Brief aufgefordert, die Abschussgenehmigung für „Bruno“ nicht wieder in Kraft zu setzen. Die Tierschützer waren bereit, an einer Lebendfangaktion mitzuwirken.

„Die Tötung dieses Bären war zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs die Ultima ratio. Die Verantwortlichen müssen sich schwere Versäumnisse zum Schutz des Bären vorwerfen lassen, für die sie sich verantworten müssen. Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, auch wenn das Bruno nicht wieder lebendig macht. Aber ein solcher Vorfall darf sich nie wieder wiederholen“, so Apel.

Er fordert die Bayerische Staatsregierung auf, endlich einen effektiven Wildtiermanagementplan vorzulegen. Dass große Wildtiere, wie Luchs, Wolf und Bär sich vorsichtig wieder in unseren Breiten ansiedeln, sei eine Entwicklung, die von der Gesellschaft insgesamt sehr begrüßt wird. Dass die bayerischen Behörden auf das Erscheinen eines Bären im Grenzgebiet zu Österreich, wo bereits 20 bis 30 Bären leben, derartig unvorbereitet reagiert haben, sei ein Trauerspiel erster Güte.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V. Pressestelle Baumschulallee 15, 53115 Bonn Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640

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