Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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VDA-Mittelstand: Aufschwung jetzt absichern

(Frankfurt am Main) - „Der Mittelstand ist der Aufschwung. Acht von zehn Automobil-Zulieferunternehmen gehören dem Mittelstand an. Gerade diese Unternehmen haben in den letzten Jahren viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Sie treiben den technischen Fortschritt und sorgen mit hohen Investitionen für Wachstum“, betonte Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem 7. VDA-Mittelstandstag in Gravenbruch.

Nun müsse es darum gehen, eine wachstumsorientierte und mittelstandsfreundliche Steuerpolitik auf den Weg zu bringen und in der Bildungs- und Forschungspolitik mindestens zwei Gänge höher zu schalten, um den Aufschwung nachhaltig abzusichern.

Prof. Gottschalk begrüßte „im Grundsatz“ die angestrebte Reform der Unternehmensbesteuerung. Mit der Senkung des Körperschaftsteuersatzes und den verschiedenen Entlastungsmaßnahmen für Personenunternehmen werde ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbssituation der deutschen Industrie geleistet und der Steuerstandort Deutschland attraktiver gestaltet.

Allerdings könne die Reform der Unternehmensbesteuerung „mit wenigen, aber entscheidenden weiteren Korrekturen“ zu einer nachhaltigen Verbesserung der Rahmenbedingungen am Standort Deutschland beitragen. Prof. Gottschalk verwies auf die „verfehlte Hinzurechnung“ von Zinsen und Finanzierungsanteilen von Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzen bei der Gewerbesteuer oder die Einführung einer Zinsschranke bei der Körperschaftsteuer. Dies seien steuersystematische Ansätze, die den Abzug von Betriebsausgaben erheblich einschränkten und die krisenanfällige Besteuerung ertragsunabhängiger Elemente unnötig ausweiten würden.

Als nicht systemkonform nannte der VDA-Präsident darüber hinaus den Vorschlag, den Abzug von Pkw-Kosten als Betriebsausgabe vom Schadstoffausstoß des Fahrzeugs abhängig zu machen: „Mit einer solchen ökologischen Ausrichtung des Betriebsausgabenabzugs würden nicht nur Grundprinzipien des geltenden Steuerrechts in Frage gestellt, es käme auch zu einer erheblichen Komplizierung der Besteuerung, die in klarem Widerspruch zur notwendigen Steuervereinfachung steht.“ Die Unternehmensbesteuerung zum Lenkungsinstrument für umweltpolitische Ziele zu machen, sei konzeptionell verfehlt.

„Die jetzt spürbar bessere konjunkturelle Situation der Gesamtwirtschaft ist ein klassischer Beweis dafür, dass sich Veränderungen lohnen, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Auch deshalb hat sich die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer derzeit verlangsamt. Diesen Prozess gilt es fortzusetzen“, betonte Prof. Gottschalk. Eine der wichtigsten Aufgaben bestehe darin, dem automobilen Mittelstand durch „Leuchtturmprojekte“ bei Bildung, Forschung und Entwicklung die Perspektive für eine neue Technologieoffensive zu geben, die letzten Endes die sicherste Grundlage für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland sei.

Prof. Gottschalk unterstrich, dass die Mittelstandsarbeit unter dem Dach des VDA in den letzten Jahren kontinuierlich verstärkt worden sei: „Wir haben die Kooperationsmöglichkeiten für unsere Zulieferer erheblich erweitert und die mittelständischen Zulieferunternehmen auf ihrem erfolgreichen Weg in die Globalisierung begleitet – mit Gemeinschaftspräsentationen auf wichtigen Zukunftsmessen.“

Arndt G. Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe und Vorsitzender des VDA-Mittelstandskreises, betonte: „Unsere nachhaltig vorgebrachte Forderung nach einem Bürokratieabbau in Europa ist in Brüssel offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Auch EU-Kommissar Verheugen hat sich dafür eingesetzt. Nun hat der Europäische Rat vor wenigen Wochen 25 Prozent weniger Bürokratiekosten für kleine und mittlere Unternehmen beschlossen. Das ist ein ermutigendes Zeichen für die mittelständischen Unternehmen, für die Europa längst ihr „home market“ ist.“ Jetzt gehe es darum, so Kirchhoff, dass die Staats- und Regierungschefs diesen Beschluss auch bei der nationalen Gesetzgebung berücksichtigten.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Pressestelle Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261

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