VDIK-Fachdialog „Future of Mobility“ – Wie autonomes Fahren Realität wird
(Bad Homburg/Berlin) - Welche Potenziale und Herausforderungen das autonome Fahren für die Automobilwirtschaft mit sich bringt, stand im Mittelpunkt des gemeinsamen Fachdialogs „Future of Mobility“ des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und der Automechanika Frankfurt im VDIK-Hauptstadtbüro in Berlin.
VDIK-Präsidentin Imelda Labbé betonte: „Autonome Fahrzeuge bieten entscheidende Vorteile bei Sicherheit und Komfort. Deshalb wird autonomes Fahren ein fester Bestandteil der individuellen Mobilität der Zukunft sein. Nun kommt es darauf an, dass sich Automobilwirtschaft und Tech-Unternehmen stärker vernetzen, um den Praxisbetrieb auch nach Deutschland und Europa zu bringen.“
In seinem Impulsvortrag hob Prof. Dr. Andreas Herrmann von der University of St. Gallen hervor, dass fahrerlose Mobilität mehr Menschen transportieren könne – bei geringerem Flächenverbrauch, weniger Emissionen und deutlich weniger Unfällen. Praxisbeispiele kommen bereits aus den USA: Waymo hat dort nach eigenen Angaben mehr als 320 Millionen Kilometer autonom zurückgelegt und wickelt rund 500.000 Fahrten pro Woche ab. Auch in China gehört autonome Mobilität zunehmend zum Alltag, während Europa vielerorts noch in der Testphase steckt.
Eng mit dieser Entwicklung verbunden ist die Frage nach den künftigen Wertschöpfungsketten. Herrmann erwartet, dass große Technologieunternehmen zentrale Kontrollpunkte besetzen werden. Dazu zählen neben der Fahrzeug- und Softwaretechnologie auch Flottenbetrieb, Mobilitätsplattformen, Dienstleistungen und das Kundenerlebnis. Der Profitpool werde sich weiter von der Hardware zur Software verlagern. Für die Automobilwirtschaft stelle sich daher die Frage, welche Teile der Wertschöpfung sie künftig besetzen und sichern könne.
Dass der Übergang von der Testphase in den Regelbetrieb gelingen müsse, unterstrich auch Anita Geißler, Referentin für Autonomes Fahren im Bundesministerium für Verkehr. Neue Technologien erzeugten zunächst Unsicherheit und Ängste. Vertrauen entstehe jedoch durch sichtbare und sichere Anwendungen – mit weniger Unfällen, mehr Komfort und höherer Verkehrseffizienz. Politik und Industrie sollten deshalb mehr wagen und Innovationen in einem agilen Rechtsrahmen weiterentwickeln.
Max van Kleek, Associate Professor for Human Computer Interaction an der Oxford University, vertrat die Auffassung, dass die Zukunft von Künstlicher Intelligenz und autonomem Fahren bereits begonnen habe – wenn auch noch nicht überall gleichermaßen sichtbar. Er stellte neue KI-Anwendungen mit gesellschaftlichem Nutzen vor und widersprach Befürchtungen eines umfassenden Arbeitsplatzabbaus. Entscheidend sei, die technologischen Chancen zu nutzen und neue Möglichkeiten für Arbeitswelt und Gesellschaft zu schaffen.
Auf kritische Aspekte ging Dr. Matthias Kempf, Managing Partner bei Leap4 Venture Capital, ein. Rund 40 Prozent der Deep-Tech-Gründer stammten aus Europa. Mit zunehmender Unternehmensgröße und Marktkapitalisierung wanderten jedoch viele in andere Regionen, insbesondere in die USA, ab. Europa verfüge über starke Ideen und Talente, häufig fehle jedoch ein Schulterschluss aus Politik und Unternehmen für mehr Investitionskraft um die Technologie in Deutschland zu halten.
Im abschließenden Panel diskutierten Jumana Al Sibai, ehemaliges Vorstandsmitglied von Mahle, und Harald Hamprecht, Co-Autor des Buches „Kraft statt Krise“ und ehemaliger Pressechef von Opel, mit den Referenten. Die Umsetzung von Innovation und der Transformation im Softwarebereich mit KI braucht Leadership und radikalen Veränderungswillen in den Unternehmen, hier sind die Führungskräfte massiv gefordert.
Eine weitere Plattform für den Austausch über die Zukunft der Automobilwirtschaft bietet die Automechanika Frankfurt. Olaf Mußhoff, Brandmanager der Messe, hob die wachsende Bedeutung des Aftersales-Geschäfts im Zusammenhang mit Fahrzeugflotten hervor. Flottenfahrzeuge legen deutlich höhere Jahreslaufleistungen zurück und benötigen entsprechend mehr Wartung und Ersatzteile. Die weltweit führende Messe des Automotive Aftermarket findet vom 8. bis 12. September in Frankfurt am Main statt. Am 8. September wird dort zudem der Automotive Aftersales Award von Auto Bild, Automechanika und VDIK verliehen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK), Stefan Meyer, Leiter(in) Kommunikation, Presse und Medien, Kirdorfer Str. 21, 61350 Bad Homburg, Telefon: 06172 98750
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen



