Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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VDMA: Auftragsrekord im Großanlagenbau / Auftragseingang steigt 2006 um 9 Prozent auf 26,3 Milliarden Euro

(Frankfurt am Main) – “Mit einem Auftragseingang von 26,3 Milliarden Euro erzielten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) 2006 das höchste Bestellvolumen seit Gründung der Organisation im Jahr 1969”, teilte Dieter Rosenthal, Sprecher der AGAB und Mitglied des Vorstands der SMS DEMAG AG, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Lageberichts in Frankfurt mit. In Relation zum Vorjahr (2005: 24,1 Milliarden Euro) liegt der Zuwachs bei neun Prozent. “Auch die Ertragslage im Großanlagenbau hat sich verbessert”, erklärte der AGAB-Sprecher. Auch im internationalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Großanlagenbau 2006 erfolgreich und konnte Marktanteile hinzugewinnen. Dabei bauten insbesondere die im Kraftwerkssektor tätigen Firmen sowie Anbieter von elektrotechnischen Ausrüstungen ihre Weltmarktposition weiter aus.

Auslandsnachfrage auf Allzeithoch

“Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch die sehr lebhafte Auslandsnachfrage, die mit 20,4 Milliarden Euro (2005: 18,5 Milliarden Euro) einen Rekordwert erreichte”, teilte Rosenthal mit. Die Exportquote lag bei 78 Prozent. Die Industrieländer waren mit Bestellungen von 5,4 Milliarden Euro 2006 die wichtigste ausländische Kundengruppe. Hohe Ordereingänge kamen auch aus dem Nahen und Mittleren Osten (4,6 Milliarden Euro) und der Asien-Pazifik-Region (3,8 Milliarden Euro). Eine deutliche Belebung der Bestelltätigkeit mit Zuwächsen im dreistelligen Prozentbereich war ferner in Lateinamerika und Osteuropa festzustellen.

Inländischer Kraftwerksbau zieht an

Die Inlandsbestellungen haben 2006 mit 5,9 Milliarden Euro (2005: 5,6 Milliarden Euro) den höchsten Wert der vergangenen Dekade erreicht. Die gute Auftragslage ist maßgeblich auf die lebhafte Nachfrage nach Kraftwerken zurückzuführen. “Der Aufschwung wurde im Berichtszeitraum aber auch von anderen Industriezweigen getragen”, betonte Rosenthal. So meldeten die Hersteller von Hütten- und Walzwerken, von Chemieanlagen sowie von elektrotechnischen Ausrüstungen Auftragszuwächse im mehrstelligen Prozentbereich.

Deutlicher Beschäftigungsaufbau

Die Unternehmen haben die Zahl der in Deutschland fest angestellten Beschäftigten 2006 um zirka vier Prozent auf rund 52.000 Mitarbeiter ausgebaut (2005: 50.000). Dennoch hält das Angebot an qualifizierten Fachkräften mit dem Nachfragewachstum derzeit nicht Schritt. So dürfte sich die ”Fachkräftelücke” im Großanlagenbau im unteren vierstelligen Bereich bewegen.

Paradigmenwechsel erforderlich

Die erfreulichen Erfolgsmeldungen dürfen allerdings nicht über den anhaltenden standortpolitischen Handlungsdruck in Deutschland hinwegtäuschen. “Eine auf international stark umkämpften Märkten agierende Branche wie der Großanlagenbau braucht eine wettbewerbsstärkende Politik im Inland” betont Rosenthal daher. “Besonders gilt dies für die deutsche Exportkreditversicherung sowie die steuerlichen Rahmenbedingungen.”

In der aktuellen Diskussion über mögliche Verschärfungen der OECD-Umweltleitlinien für Exportkreditversicherungen müssen die Deckungspolitiken nicht angeschlossener Konkurrenzländer, wie zum Beispiel China, stärker in den Blickpunkt rücken, um wettbewerbsverzerrende Auswirkungen zu verhindern. Die einseitig in der OECD diskutierten Verschärfungen der Leitlinien zur Exportversicherung von Großprojekten drohen den Wettbewerb mit Anbietern außerhalb der OECD weiter zu verzerren. Deutsche Beschränkungen bei der Indeckungnahme ausländischer Zulieferanteile belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter zusätzlich. Steuerpolitisch ist eine auch zukünftig wettbewerbsneutrale Politik bei den internationalen Doppelbesteuerungsabkommen vonnöten.

Optimistischer Ausblick für 2007

Der deutsche Großanlagenbau geht auch für das laufende Jahr von einem anhaltend guten Geschäftsverlauf aus. Dies sollte sich auch positiv auf die Beschäftigtenzahl in den deutschen Stammhäusern auswirken. So planen 2007 rund 40 Prozent der Unternehmen einen Ausbau ihrer Belegschaften.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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