Pressemitteilung | BKK Dachverband e. V.
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Welttag Multiple Sklerose: Mehr Diagnosen, bessere Therapien – und trotzdem noch zu wenig im Blick der Öffentlichkeit

(Berlin) - Morgen ist der Welttag Multiple Sklerose. Das diesjährige Motto des Aktionstages lautet: „Diagnose MS! Jetzt erst recht!". Es soll Mut machen bei einer unheilbaren Krankheit. Das ist ebenso wichtig, wie Aufmerksamkeit zu schaffen, denn Multiple Sklerose betrifft in Deutschland mehr Menschen als viele ahnen – und die Zahl steigt kontinuierlich.

Laut Auswertung der Daten der Betriebskrankenkassen waren im Jahr 2024 rund 0,40 Prozent der Versicherten aufgrund von Multipler Sklerose in ambulanter Behandlung. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung entspricht das etwa 330.000 Betroffenen. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch rund 268.000, was einem Anstieg von fast einem Viertel in weniger als zehn Jahren entspricht. Die Gründe dafür sind jedoch positiv zu bewerten: Bessere Therapien erhöhen die Lebenserwartung und frühere Diagnosen verbessern die Versorgung. Doch was der Anstieg auch zeigt: MS ist eine Erkrankung, die gesellschaftlich stärker wahrgenommen werden muss. Doch viele Betroffene reden nicht gerne über ihre Erkrankung, die in Schüben erfolgt und die, wenn es sich nicht um sehr schwere Verläufe handelt, im Alltag auch häufig unsichtbar bleibt.

Besonders ins Auge fällt in den Daten ein deutlicher Geschlechterunterschied. Nur 0,24 Prozent der männlichen BKK-Versicherten haben eine MS-Diagnose. Bei Frauen sind es 0,55 Prozent – mehr als doppelt so viel. MS ist damit auch eine Erkrankung, die Frauen deutlich häufiger trifft. Dieser Befund muss in Forschung, Versorgung und Prävention viel stärker berücksichtigt werden.

Der Anstieg der MS-Diagnosen bei älteren Versichertengruppen ist ebenso ein deutliches Signal. Die stärkste Zunahme zeigt sich bei den über 55-Jährigen – der Anteilswert stieg hier von 0,33 (2016) auf 0,49 Prozent (2024). Das spricht für eine längere Lebenserwartung der Betroffenen. Es zeigt aber auch: Eine alternde Gesellschaft braucht eine Versorgungsinfrastruktur, die mit dieser Entwicklung Schritt hält.

MS ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems und die Folgen sind dabei individuell sehr unterschiedlich: Gefühlsstörungen, Gleichgewichtsprobleme, Muskelschwäche, Lähmungen. Intensität und Verlauf unterscheiden sich von Mensch zu Mensch so stark, dass MS auch als „Krankheit mit tausend Gesichtern" bezeichnet wird. Im Übrigen ist MS auf den Kontinenten sehr ungleich verteilt: In Europa und Nordamerika tritt sie deutlich häufiger auf als in anderen Weltregionen. Als plausible Erklärung gilt ein Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren wie Sonnenlicht/Vitamin-D-Exposition, Infektionen und Lebensbedingungen, die das Immunsystem beeinflussen. Leider ist MS bis heute unheilbar. Aber moderne Therapien ermöglichen es den Betroffenen über lange Zeit ein weitgehend normales Leben zu führen – wenn sie früh und konsequent eingesetzt werden.

„Multiple Sklerose verändert Leben – oft von heute auf morgen. Wer die Diagnose bekommt, braucht schnellen Zugang zu guter Versorgung, zu modernen Therapien und zu verlässlicher Unterstützung. Die steigenden Fallzahlen zeigen: Dieses Thema wird größer, nicht kleiner. Es braucht daher mehr Aufmerksamkeit – in der Medizin, in der Politik und in der Gesellschaft. Die Therapielandschaft bei MS hat sich in den letzten Jahren zum Besseren verändert. Moderne Behandlungen können Schübe verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen. Was früher undenkbar schien, ist heute medizinische Realität. Und die Forschung steht nicht still. Die Aussicht, mit einer MS-Diagnose lange keine gravierenden Beeinträchtigungen zu haben und Lebensziele zu verfolgen, war nie realistischer als heute", sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.

Der Welttag Multiple Sklerose ist ein Appell. An die Politik, Versorgungslücken zu schließen. An die Forschung, den Weg zur Heilung weiterzugehen. Und an die Gesellschaft, Menschen mit MS nicht allein zu lassen.

Quelle und Kontaktadresse:
BKK Dachverband e. V., Torsten Dittkuhn, Referent(in) Kommunikation, Mauerstr. 85, 10117 Berlin, Telefon: 030 27 00 406-0

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