Wir brauchen eine verlässliche Stärkung des freiwilligen Engagements
(Berlin) - Freiwilligendienste brauchen eine strukturelle und finanzielle Stärkung, fordert der Deutsche Caritasverband zum 15-jährigen Bestehen des Bundesfreiwilligendienstes.
„Seit 15 Jahren ist der Bundesfreiwilligendienst ein Dienst für die Gesellschaft, der Mitmensch-Sein zu einer Mitmach-Geschichte werden lässt. Lange bevor wir uns angewöhnt haben, von Krisenresilienz zu sprechen, haben die Freiwilligendienstleistenden gesellschaftliche Abwehrkräfte gegen Gefahren aller Art mobilisiert – vor allem gegen Gleichgültigkeit und Herzenskälte“, unterstreicht Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa zum 15. Jahrestag der Einführung des BFD.
Die vielfältig guten Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren und das Wissen um die spürbaren strukturellen und finanziellen Begrenzungen der Freiwilligendienste müssten beim Bundesgesellschaftsdienstegesetz beachtet werden, das vom Bundesfamilienministerium für diesen Sommer angekündigt ist, betont der Caritas-Verband.
„Entscheidend ist die verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Freiwilligendienste, insbesondere der pädagogischen Begleitung mit qualifizierten Bildungs- und Unterstützungsangeboten. Die Einführung des neuen Wehrdienstes und die Debatte um einen neuen Zivildienst als Ersatzdienst für eine (Bedarfs-)Wehrpflicht haben die zivilen Freiwilligendienste auf die Zuschauerbänke verbannt. Das ist ein grober Fehler, denn Krisenresilienz ist mehr als militärische Verteidigungsbereitschaft. Wir brauchen eine lebendige Kultur freiwilligen Engagements, um für Krisensituationen – von der Hitzewelle über die Pandemie bis zum Hochwasser – mit einer Kultur zupackender Mitmenschlichkeit gerüstet zu sein,“ so Welskop-Deffaa.
Planungssicherheit und echte Gleichwertigkeit
Unerlässlich seien ein chancengerechtes Freiwilligengeld in Höhe des BAföG-Geldes und ein Rechtsanspruch auf Förderung, wenn eine Vereinbarung zwischen Einsatzstelle, Träger und Freiwilligendienstleistenden besteht. Damit könnten Planungssicherheit und eine echte Gleichwertigkeit gegenüber anderen Diensten geschaffen werden, so Welskop-Deffaa und ergänzt: „Das Deutschlandticket für alle Freiwilligendienstleistenden ist ein Muss.“
Der Deutsche Caritasverband hebt hervor: Mit dem Entschließungsantrag des Deutschen Bundestags zum Wehrdienst-Modernisierungsgesetz wurde im Dezember 2025 das Anforderungsprofil für die notwendige Stärkung der Freiwilligendienste klar formuliert. Nun gilt es, dies mit dem geplanten Bundesgesellschaftsdienstegesetz so auszugestalten, dass die mit dem Wehrdienst-Modernisierungsgesetz geschaffene Gerechtigkeitslücke zwischen militärischem und zivilem Dienst wieder geschlossen wird.
Fester Bestandteil der Freiwilligendienste
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde als neues Format vor 15 Jahren eingeführt. Inzwischen ist er neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und den internationalen Freiwilligendiensten ein fester Bestandteil in der Freiwilligendienstelandschaft.
Tag für Tag füllen rund 35.000 Freiwillige aller Generationen diesen Dienst in den unterschiedlichsten Einrichtungen und Diensten bundesweit mit Leben. Ihr Engagement stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert die Krisenresilienz und ist Ausdruck von Verantwortung und gelebter Solidarität.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Caritasverband e.V. - Hauptgeschäftsstelle, Mechthild Greten, Pressereferent(in), Reinhardtstr. 13, 10117 Berlin, Telefon: 030 2844476
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