Pressemitteilung | BÄK Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
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Zweite umfassend erweiterte und aktualisierte Auflage der Leitlinie der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zur Therapie der Depression erschienen

(Berlin) - Die evidenzbasierte Therapieempfehlung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur Therapie der Depression ist soeben in ihrer zweiten Auflage erschienen. Die Therapieempfehlung der AkdÄ ist kritisch, interdisziplinär und unabhängig erstellt und berücksichtigt den aktuellen Wissensstand. Ziel dieser Leitlinie ist es, anhand des in seriösen klinischen Studien belegten Erkenntnisstandes eine von der Pharmaindustrie unabhängige Orientierung für die hausärztliche Verordnung zu geben.

Die Depression ist weltweit eine der häufigsten und schwerwiegendsten Erkrankungen mit hohem Rückfallrisiko und erhöhter Sterblichkeit. Sie wird in etwa der Hälfte der Fälle entweder nicht diagnostiziert und oft nicht adäquat behandelt. Die Beurteilung des Nutzens von Wirkungen und Nebenwirkungen der Antidepressiva wird durch mehrere methodische Probleme erschwert. Hierzu gehört, so Professor Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, dass viele Studien nur kurze Behandlungszeiträume und kleine Patientenkollektive aufweisen und positive Studien bevorzugt publiziert werden. Außerdem finden über die derzeit als Erfolgskriterium genutzten psychiatrischen Messinstrumente hinaus wichtige krankheitsrelevante Kriterien, wie z. B. die Suizidrate und Sterblichkeit, in klinischen Studien bislang kaum Berücksichtigung.

Besonders beklagenswert ist die schlechte Datenlage für die Nutzen-Risiko-Bewertung einer medikamentösen Therapie bei depressiven Kindern und Jugendlichen, wie die aktuelle Diskussion zum Risiko suizidaler Handlungen unter antidepressiver Therapie zeigt. Gerade in einer Zeit bemerkenswerter Indikationsausweitungen von Antidepressiva und einer zunehmenden Tendenz, auch diagnostisch unterschwellige Formen bzw. Ausprägungsgrade affektiver Störungen als behandlungsbedürftig anzusehen, hat sich die AkdÄ um eine möglichst klare Indikationsstellung für Antidepressiva bemüht. Zusätzlich versucht die AkdÄ in den vorliegenden Therapieempfehlungen, wie Müller-Oerlinghausen ergänzend kommentiert, unter kritischer Wertung der Literatur Empfehlungen auch dort zu geben, wo die Datenlage nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin nicht eindeutig ist.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V. Pressestelle Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin Telefon: (030) 4004560, Telefax: (030) 400456-388

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