Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall

10 000 Stahlarbeiter gegen Wettbewerbsverzerrung beim Emissionshandel

(Frankfurt/Main) - Für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze sind beim Aktionstag der IG Metall am Montag bundesweit rund 10 000 Beschäftigte aus 31 Stahlbetrieben auf die Straße gegangen. Auf Kundgebungen und Protestveranstaltungen demonstrierten die Beschäftigten gegen die Wettbewerbsverzerrung für den Stahlstandort Deutschland durch verfehlte Schritte zum Klimaschutz. Auf einer zentralen Kundgebung am Montagabend in Duisburg forderte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, eine Nachbesserung des deutschen Allokationsplanes beim Emissionshandel.

"Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen", sagte Huber vor 2 500 Stahlarbeitern im Duisburger Stadtteil Rheinhausen, die eine "Brücke der Solidarität" bildeten.

Huber bekräftigte, die IG Metall stehe zu den Beschlüssen des Welt-Klimagipfels von Kyoto. Niemand habe aber in Kyoto gefordert, dass die deutsche Stahlproduktion teurer werden müsse als in anderen Ländern der Welt. "Arbeitsplätze statt Stahl zu exportieren macht keinen Sinn", sagte Huber. "Es sind die falschen Instrumente, wenn Klimabelastungen nur verlagert aber nicht gemindert werden." Die IG Metall erwarte deshalb von der Bundesregierung die volle Anerkennung der sogenannten prozessbedingten Emissionen der Stahlindustrie. Andernfalls wären nach Berechnungen der IG Metall schon in den ersten drei Jahren des Emissionshandels bis zu 10 000 Arbeitsplätze in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie und bei den Zulieferern bedroht.

Am Aktionstag der IG Metall gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen und Treibhausgasen beteiligten sich Beschäftigte von ThyssenKrupp in Dortmund und Siegen. Weitere Demonstrationen fanden in Bochum, Bremen, Dillingen, Duisburg, Hennigsdorf, Witten und in Osnabrück statt. Beschäftigte der Thüringer Stahlwerke, von EKO-Stahl in Eisenhüttenstadt, von zehn Betrieben der Salzgitter AG und von Saarstahl in Völklingen gingen zu Protestaktionen auf die Straße. Am Dienstag wollten sich auch Beschäftigte der Badischen Stahlwerke dem Aufruf der IG Metall anschließen.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall (IGM) Lyoner Str. 32, 60528 Frankfurt Telefon: 069/6693-0, Telefax: 069/6693-2843

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