Pressemitteilung

Notrufsystem eCall: Freier Kfz-Teilehandel begrüßt Initiativbericht des EU-Parlaments

(Ratingen) - Der Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) begrüßt den vom EU-Parlament beschlossenen Initiativbericht zum elektronischen Notrufsystem eCall (emergency Call). In dem Bericht werden wichtige Grundlagen für fairen Wettbewerb im Kfz-Teile- und Servicemarkt berücksichtigt. Mit Recht wird gefordert, eine Beeinträchtigung der Wahlfreiheit der Verbraucher durch eCall auszuschließen.


eCall absolut begrüßenswert - missbräuchlicher Einsatz von Telematik-Systemen ist aber zu verhindern

Mit eCall möchte die Europäische Union die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr deutlich senken. Dabei werden im Fall eines Unfalls mittels GPS und mobilen Datennetzen automatisiert Rettungskräfte gerufen. Mit der Richtlinie 2010/40/EU haben das EU-Parlament und der EU-Ministerrat bereits im Jahr 2010 den Rahmen für die Einführung dieser intelligenten Verkehrssysteme vorgegeben. GVA-Präsident Hartmut Röhl äußert grundsätzliche Zustimmung zu eCall: "Wir unterstützen das Ansinnen der Europäischen Union ausdrücklich, durch den Aufbau und Nutzung eines elektronischen Notrufsystems Unfallgeschädigten schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen." Gleichzeitig warnt er aber vor möglichem Missbrauch, der durch Telematikanwendungen in Fahrzeugen gewonnenen Daten: "Für uns als Vertreter des freien Kfz-Teilemarktes ist es wichtig zu betonen, dass bei Anwendungen, die über eine Notruffunktion hinausgehen, dafür Sorge getragen werden muss, dass unabhängige Akteure nicht aus dem Kfz-Aftermarket gedrängt werden."

So können Fahrzeughersteller Telematiksysteme und Datennetze auf denen eCall basiert auch für kommerzielle Anwendungen (sog. business Call bzw. bCall) einsetzen. Zahlreiche Fahrzeughersteller machen davon bereits heute Gebrauch. Hartmut Röhl dazu: "Viele moderne Autos sind nahezu permanent mit den Systemen der Fahrzeughersteller verbunden. So erhalten Autofahrer, ob gewollt oder nicht, etwa Hinweise vom Hersteller auf ihr Navi-Display, den nächsten Servicebetrieb für eine Wartung anzusteuern. Natürlich handelt es sich dann um einen vom Fahrzeughersteller autorisierten Betrieb. Der freie Markt wird so vom Wettbewerb ausgeschlossen und der Autofahrer zur ferngesteuerten Marionette der Fahrzeughersteller." Aufgrund der regulativen Einführung von eCall ist damit zu rechnen, dass sich die Verbreitung von Telematik-Systemen rasant beschleunigen wird. Der Wettbewerb im Kfz-Aftermarket droht dann ausgebremst zu werden.


Initiativbericht weist den richtigen Weg

Der GVA begrüßt deshalb, dass im Initiativbericht des EU-Parlaments vom 3. Juli 2012 die Rechte der Unternehmen des freien Kfz-Aftermarket unterstrichen wurden. Dazu zählen u.a. die Kfz-Teileindustrie, der freie Kfz-Teilehandel, freie Werkstätten sowie unabhängige Pannendienstleister wie Automobilclubs. GVA-Präsident Hartmut Röhl erläutert: "Die Parlamentarier haben klargestellt, dass die Wahlfreiheit der Verbraucher gewährleistet sein muss und die Dienste auch für die Akteure des freien Marktes kostenlos und unabhängig nutzbar sein müssen." Konsequenterweise fordert das EU-Parlament in dem Bericht, dass Telematik-Schnittstellen in den Fahrzeugen standardisiert und für unabhängige Akteure zugänglich sein müssen. Hartmut Röhl unterstützt diesen Ansatz: "Unabhängige Marktakteure müssen über das Telematik-System Zugang zur Onboard-Diagnose, zu Reparatur- und Wartungsinformationen sowie zu den Fahrzeugdaten erhalten. Nur so ist es unabhängigen Marktakteuren möglich, Dienstleistungen und Produkte anzubieten und nur dann kann der Verbraucher frei entscheiden, was mit seinem Fahrzeug passiert." Darüber hinaus werden durch standardisierte Schnittstellen Innovationen im Telematikbereich, etwa durch unabhängige Hersteller bzw. Entwickler, gefördert und Monopole bereits im Ansatz verhindert. Hartmut Röhl veranschaulicht diesen Aspekt mit einem Vergleich: "Man stelle sich beispielsweise vor, Anwendungen für Smartphones könnten ausschließlich vom jeweiligen Hersteller eines Gerätes entwickelt und vertrieben werden. Dann wären Apps nicht nur langweilig, sondern sicherlich auch ausgesprochen teuer."

Probleme sieht der GVA noch in der Netzinfrastruktur für eCall, wie GVA-Präsident Hartmut Röhl unterstreicht: "Bislang existiert kein europaweites, herstellerunabhängiges eCall-Netz. Die Daten werden teilweise von den Fahrzeugherstellern erhoben, verarbeitet und genutzt. Das System ist damit für alle anderen eine "Black Box", eine Aufsicht von unabhängiger Seite, etwa auch um die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen u.a. des Datenschutzes sicherzustellen, nicht möglich."

Quelle und Kontaktadresse:
Gesamtverband Autoteile-Handel e.V.
Alexander Vorbau, Referatsleiter, Öffentlichkeitsarbeit
Gothaer Str. 17, 40880 Ratingen
Telefon: (02102) 77077-0, Telefax: (02102) 77077-17
E-Mail: a.vorbau@gva.de
Internet: http://www.gva.de
(dvf, cl)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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