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Pressemitteilung

Neues Pkw-CO2-Label bleibt hinter Erwartungen zurück / Vorschlag des BMWi zur Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung erschwert die Wahl sparsamer Autos

- Abschaffung der farbigen CO2-Effizienzklassen ist Rückschritt bei Verbraucherinformation.
- Überarbeitete Informationen zum realen Verbrauch reichen nicht aus.
- Europäische Lösung für verbraucherfreundliches Pkw-CO2-Label notwendig.

(Berlin) - Mit fast dreijähriger Verspätung hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen neuen Vorschlag für die Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung (Pkw-ENVKV) vorgelegt. Die Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), mit einem neuen CO2-Label die Fehler des alten zu korrigieren und einen echten Mehrwert für Verbraucherinnen und Verbraucher zu schaffen, erfüllt der Referentenentwurf des BMWi nicht.

"Was lange währt, wird leider doch nicht gut. Das gilt zumindest für den mehr als überfälligen Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für ein neues Pkw-CO2-Label. Die einfach verständliche, graphische Darstellung von Effizienzklassen, die Verbrauchern auf einen Blick zeigt, wie kraftstoffintensiv ein Pkw ist, soll es künftig nicht mehr geben. Das ist nicht nachvollziehbar. Die farbige Kennzeichnung macht es einfacher, den Spritverbrauch von Autos zu vergleichen und die Kaufentscheidung in Richtung Klimaschutz zu treffen", so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. "Das bisherige CO2-Label war verwirrend, da es neben dem Kraftstoffverbrauch auch das Fahrzeuggewicht berücksichtigt hat. Das hätte durch ein einzig am CO2-Ausstoß orientiertes Label abgelöst werden müssen. Für einen verbraucherfreundlichen und klimaschutzförderlichen Regelungsvorschlag hat der Bundesregierung der Mut gefehlt."

Bessere Informationen zum realen Verbrauch

Seit dem 1. September 2018 ist der WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) als neues Messverfahren für den Kraftstoffverbrauch vorgeschrieben. Mit der nun überarbeiteten Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung müssen künftig die Verbrauchswerte gemäß realistischerem WLTP angegeben werden. Das macht es Verbrauchern einfacher, sich zum Kraftstoffverbrauch eines bestimmten Fahrzeugs zu informieren und bringt die Verordnung in Einklang mit EU-Vorgaben. Weitere Vorschläge des vzbv, wie das Pkw-CO2-Label weiterentwickelt und einen Mehrwert für Verbraucher schaffen könnte, wurden nicht aufgegriffen. Dazu gehören zum Beispiel Angaben zum Schadstoffausstoß oder zur Einsparung von Energiekosten im Vergleich zum Durchschnitt.

Europaweit einheitliches Pkw-CO2-Label notwendig

"Wenn das Bundeswirtschaftsministerium Klarheit beim Autokauf verhindert, brauchen wir ein europaweit einheitliches Label mit Effizienzklassen. Diese sollten einzig am CO2-Ausstoß ausgerichtet sein, um Verbrauchern den Kauf von kraftstoffsparenden Fahrzeugen zu erleichtern", fordert Müller. Der für 2022 erwartete Vorschlag der EU-Kommission müsse den verbraucherunfreundlichen Minimalkompromiss der Bundesregierung zeitnah ablösen.

Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Der vzbv fordert eine neue Verbraucherpolitik: krisenfest, fair und nachhaltig. Starker Verbraucherschutz schafft Vertrauen in eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Davon profitieren Verbraucher und Unternehmen. #StarkeVerbraucher www.starke-verbraucher.de

Quelle und Kontaktadresse:
(vzbv) Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Pressestelle
Rudi-Dutschke-Str. 17, 10969 Berlin
Telefon: (030) 258000, Fax: (030) 25800218
E-Mail: presse@vzbv.de
Internet: www.vzbv.de/
(dvf, mj)