6. Hessischer Hauptschultag in Wetzlar ruft zu individueller Förderung auf: Unternehmen brauchen selbstständige Mitarbeiter / Hauptschulen müssen Schüler zur Selbstständigkeit erziehen / Henzler: "Hauptschulen brauchen praxisorientierte Didaktik und klares Abschlussprofil"
(Frankfurt am Main) - "Ziel von Bildung muss es sein, junge Menschen optimal auf ihr Leben und ihren Beruf vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass junge Menschen bereit sind, selbst Verantwortung für ihr Lernen und Handeln zu übernehmen und lebenslang zu lernen. Damit dies gelingt, müssen Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden. Elternhaus, Schule und Wirtschaft müssen hierzu eng zusammenarbeiten." Dies war der Tenor des 6. Hessischen Hauptschultages, der heute (26. März 2009) in Wetzlar stattfand. Zu der bundesweit einmaligen Veranstaltungsreihe hatten die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), das Hessische Kultusministerium und die Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Hessen (LAG) Interessierte aus Schule, Wirtschaft und Politik eingeladen. Rund 400 Gäste waren der Einladung gefolgt. Ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Eiko Jürgens von der Universität Bielefeld und vier Arbeitsforen zum Thema "Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihr Lernen" sorgten für ein intensives Arbeitsprogramm.
"Die Wirtschaft braucht eigenverantwortliche, offene und motivierte Mitarbeiter. Die jungen Arbeitnehmer von heute müssen vor allem in der Lage sein, Qualität zu sichern, Arbeit zu optimieren, Störungen und Probleme in eigener Regie zu beheben und sich kundenorientiert zu verhalten," sagte Dr. Dietrich Heine, Vorsitzender des mittelhessischen Beirats der VhU zur Eröffnung des Hauptschultages in der Stadthalle Wetzlar. Dies gelte auch für die Berufe des Handwerks, die Hauptschülerinnen und -schüler häufig erlernten.
"Der Bildungsgang Hauptschule benötigt eine eigene Didaktik, die auf die besonderen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler abgestimmt ist und ein klares Abschlussprofil hat", sagte die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler. "Der Unterricht muss von Beginn an praxisorientiert gestaltet werden, sodass die jungen Menschen möglichst früh einen Berufswunsch entwickeln, auf den sie gezielt hinarbeiten können. Wir werden den Schulen den notwendigen Freiraum bei der Unterrichtsgestaltung und die Ressourcen für eine bestmögliche Unterstützung der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stellen."
"Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen ist zunächst ein Lernprozess für Schüler/innen und Lehrpersonal. Auf dem Weg zum eigenständigen Lernen muss das "Wie" des Lernens stärker in den Mittelpunkt des Unterrichts gerückt werden, um auf diese Weise effektive Lernstrategien aufzubauen. Selbstverantwortliches Lernen verändert auch die Lehrerrolle: mehr Lernbegleiter und weniger Dozent. In der Tagung konnte aufgezeigt werden, dass eigenverantwortliches Lernen zu hoher Motivation und zur Lernerfolgsoptimierung führen kann", betonte Heinz Dilling, LAG-Sprecher Schule.
Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)
Dr. Ulrich Kirsch, Leitung, Presse und Kommunikation
Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95808-0, Telefax: (069) 95808-126
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