60 Millionen potenzielle Ersthelfer / BVMed: „Verbandkasten im Fahrzeug vor der Urlaubsfahrt überprüfen“
(Berlin) - Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sieht in den Kfz-Verbandkästen großes Potenzial, Laien in die Notfallversorgung einzubeziehen. Verbandkästen oder Erste-Hilfe-Taschen seien zwar nahezu überall vorhanden, würden jedoch kaum als aktive Ressource in Notfallsituationen genutzt. „60 Millionen Kraftfahrzeuge mit Verbandkasten bedeuten: wir haben in Deutschland 60 Millionen potenzielle Ersthelfer. Verbandkästen sollten deshalb strukturell in die Laien-Notfallversorgung einbezogen und in Präventionskampagnen stärker berücksichtigt werden“, fordert BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll.
Die Einbindung von Laien in die Erste Hilfe sei dabei nicht nur im Straßenverkehr wichtig. Erste Hilfe-Unterricht sollte auch bereits in den Schulen stattfinden – ab der 7. Klasse verbindlich und gemeinsam mit Reanimations-Training. „Es ist wichtig, den Umgang mit Verbandmaterialien im Notfall früh zu erlernen und regelmäßig zu wiederholen“, so der BVMed.
Damit junge und alte Menschen im Ernstfall tatsächlich helfen können, braucht es neben Wissen und Übung auch die passende Ausstattung. Ein Verbandkasten ist essenzieller Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausstattung und sollte regelmäßig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit überprüft werden, so der Appell des BVMed.
Verbandskasten-Check vor der Urlaubsfahrt
Gerade auch im Frühsommer, vor anstehenden Urlaubsfahrten, gehört der Check des Kfz-Verbandkastens auf die To-do-Liste. Er sollte vollständig sein – und steril verpackte Inhalte dürften nicht abgelaufen sein. „Das regelmäßig zu prüfen, ist generell eine gute Idee, denn ein einsatzbereiter Verbandkasten nach DIN 13164:2022 ist auch im Alltag die Basis für eine bestmögliche Erstversorgung“, so der Tipp des BVMed.
Außerdem müssen die gesetzlich vorgeschriebene Warnweste (DIN EN 471 oder EN ISO 20471:2013) und das Warndreieck im Fahrzeug sein. Sie dienen dem Selbstschutz und der Absicherung der Unfallstelle. Wer mit weiteren Personen unterwegs ist, sollte auch für sie Warnwesten dabeihaben. Diese sind auch in Größen für Kinder und Jugendliche erhältlich.
Fahrerinnen und Fahrer machen sich am besten vor Reiseantritt bewusst, wo Verbandkasten, Westen und Warndreieck im Fahrzeug schnell und ohne viel Aufwand zu finden sind.
Inhalt Kfz-Verbandkasten nach DIN 13164:2022
2 Gesichtsmasken, min. Typ I, nach DIN EN 14683
1 Heftpflaster DIN 13019, A 500 x 2,5 cm
14-teiliges Pflasterset bestehend aus:
- 4 Wundschnellverbände DIN 13019, 10 x 6 cm
- 2 Fingerkuppenverbände DIN 13019, 5 x 4 cm
- 2 Fingerverbände DIN 13019, 12 x 2 cm
- 2 Pflasterstrips DIN 13019, 7,2 x 1,9 cm
- 4 Pflasterstrips DIN 13019, 7,2 x 2,5 cm
1 Verbandpäckchen DIN 13151, 6 x 8 cm
2 Verbandpäckchen DIN 13151, 8 x 10 cm
1 Verbandpäckchen DIN 13151, 10 x 12 cm
1 Verbandtuch DIN 13152, 60 x 80 cm
2 Fixierbinden DIN 61634, 6 cm x 4 m
3 Fixierbinden DIN 61634, 8 cm x 4 m
1 Rettungsdecke, Mindestmaße 210 cm x 160 cm
6 Wundkompressen, 10 x 10 cm
1 Dreiecktuch DIN 13168-D
1 Schere DIN 58279-A 145
4 Medizinische Einmalhandschuhe DIN EN 455
2 Feuchttücher zur Reinigung unverletzter Haut
1 Erste-Hilfe-Broschüre
1 Inhaltsverzeichnis
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed), Manfred Beeres, Leiter(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Georgenstr. 25, 10117 Berlin, Telefon: 030 246255-0
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