Abkühlung für Menschen – Schutz für Seen
(Berlin) - Mit sommerlichen Temperaturen und einem ungewöhnlich heißen Start in den Mai hat die Badesaison in Deutschland begonnen. Seen, Flüsse und Badestellen werden wieder zu wichtigen Orten der Abkühlung. Vor diesem Hintergrund appelliert der NABU an Badegäste, Rücksicht auf Natur und Tiere zu nehmen. Schilf- und Brutbereiche sollten gemieden, Schutzgebiete respektiert und Müll konsequent vermieden werden. Auch Hunde sollten in sensiblen Bereichen angeleint bleiben. „Seen sind nicht nur Freizeitkulisse, sie sind hochsensible Lebens- und Naturräume“, sagt Silke Oldorff vom NABU-Bundesfachausschuss Lebendige Seen.
Zugleich weist Oldorff darauf hin, dass viele Gewässer weit stärker belastet sind, als es die offiziellen Badewerte vermuten lassen. Zwar gilt die Wasserqualität vieler Badestellen weiterhin als ausreichend zum Baden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Seen und Küstengewässer auch ökologisch gesund sind. Hohe Nährstoffeinträge, chemische Belastungen, intensive Freizeitnutzung und die Folgen der Übernutzung unseres Grundwassers setzen vielen Gewässern in Deutschland zu.
Im Ökosystem See naturverträglich baden
Das Ökosystem See ist vielfältig, am Seegrund finden sich wichtige, im Boden verankerte Wasserpflanzen, die das Wasser reinigen und heimischen Fischen Schutz und Nahrung bieten. Im Meer tragen Seegraswiesen dazu bei, Wasser zu reinigen, große Mengen Kohlenstoff zu speichern und Sedimente zu stabilisieren. Doch auch sie geraten durch die Übernutzung der Küsten, Verschmutzung und die Erwärmung der Gewässer zunehmend unter Druck.
„Nur ökologisch gesunde, resiliente Gewässer können die Klimafolgen verkraften und Biodiversität, Wasserqualität und Erholung auch langfristig sichern.” Darauf verweist auch Konstantin Kreiser, Fachbereichsleiter Naturschutz. „Langjährige wissenschaftliche Beobachtung, auch gemeinsam mit engagierten Citizen Scientists, zeigen, dass viele Seen in Deutschland ökologisch stark verändert sind. Die neue EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur bietet hierfür genau den richtigen Rahmen und muss dringend umgesetzt werden.“
Die Klimakrise verschärft die Situation zusätzlich. Besonders Kleingewässer, die vom Umweltbundesamt kürzlich zum Gewässertyp des Jahres 2026 erklärt wurden, trocknen immer häufiger aus. Dabei sind sie wichtige Rückzugsräume für Amphibien, Insekten und Vögel und gelten zugleich als Frühwarnsysteme für die Wasserkrise insgesamt.
Der NABU fordert daher eine konsequente Reduzierung von Nährstoffeinträgen, die Wiederherstellung natürlicher Uferzonen und Zuflüsse sowie ein bundesweites Wassermanagement, das Wasserwirtschaft, Naturschutz und Erholungsnutzung gemeinsam denkt.
Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0
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