Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Ohne Wildblümchen kein Bienchen

(Berlin) - Bei Bienen denken viele Menschen an Honig erzeugende Insekten, die im Bienenstock summen. Weniger bekannt sind deren wilde Schwestern. „Die Honigbiene ist ein Nutztier. Als solches hat sie bessere Unterstützung, um mit veränderten Umweltveränderungen klarzukommen“, sagt NABU-Insektenexpertin Dr. Laura Breitkreuz. „Unsere Hilfe brauchen die rund 600 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt. Mehr als die Hälfte dieser Arten ist in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht.“ Darum sei es wichtig, seinen Garten so zu gestalten, dass Wildbienen gut darin leben können. Zum Weltbienentag am 20. Mai gibt der NABU Tipps dafür.

1. Hecken mit heimischen Sträuchern wie Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Gewöhnliche Felsenbirne, Hundsrose und Berberitze pflanzen statt Thuja und Kirschlorbeer. Nur auf die Blüten von heimischen Gehölzen fliegen die spezialisierten Wildbienen.

2. Wiese und Kräuterrasen statt Zierrasen. Blumenwiesen aus heimischen Wildblumen und Gräsern werden von Jahr zu Jahr artenreicher. Bestehender Zierrasen, der nicht gedüngt und auf dem Wildkräuter geduldet werden, kann sich mit etwas Zeit zu einem artenreicheren Kräuterrasen entwickeln. Hier fühlen sich Wildbienen viel wohler als auf raspelkurzer Monokultur.

3. Wildstaudenbeete anlegen. Ein buntes Blütenmeer aus Königskerze, Schafgarbe, Storchschnabel, Natternkopf, Hornklee und Akelei sieht nicht nur schön aus, es ist auch ein Schlemmerbuffet für viele Wildbienenarten. Wenn es dann noch eine wilde Ecke gibt, wo Brennnessel, Klee und Löwenzahn wachsen dürfen, ist das Bienen-Paradies perfekt. Bei der Wahl von Stauden und anderen Blühpflanzen ist es wichtig, dass die Blüten ungefüllt sind – nur so kommen Wildbienen und anderen Insekten an Nektar und Pollen.

4. Wildbienen lieben Totholz. Deutschlands größte Wildbiene, die Blaue Holzbiene, braucht es beispielsweise als Lebensraum. Wichtig sind daher Totholzelemente wie Baumstümpfe, Benjeshecken oder Reisighaufen.

5. Offener Boden und Sand. Zweidrittel der Wildbienenarten wie Sand-, Furchen- und Schmalbienen brauchen offene Stellen am Boden, etwa in der Wiese, oder Sandflächen, um ihre Bruthöhlen anzulegen.

6. Auch Wildbienen haben Durst. Wer keinen Teich hat, kann die Wilde Karde in den Garten pflanzen. Sie ist nicht nur ein Magnet für Hummeln, an ihren Blattachsen sammelt sich Regenwasser ¬– so bietet sie natürliche Insektentränken.

Und was ist mit den beliebten Insektenhotels? „Mit unseren Tipps ist Wildbienen deutlich besser geholfen. Zudem sind viele Modelle aus dem Baumarkt nicht empfehlenswert“, sagt Dr. Breitkreuz. „Eine aus Naturschutzsicht gut gestaltete Insektennisthilfe ist aber zusätzlich zu einer bienenfreundlichen Gartengestaltung hilfreich.“

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0

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