Anwälte erinnern Mahnmal eingeweiht / Gedenken an die durch den Nationalsozialismus umgekommenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Berlin) - Mit der Einweihung des Mahnmals Anwälte erinnern gedenkt der Deutsche Anwaltverein (DAV) den vornehmlich jüdischen Anwältinnen und Anwälten, die in Deutschland durch den Nationalsozialismus den Tod gefunden haben.
Auf einer in einen Garten eingebetteten Plastik sind auf Messingtafeln die Namen von 547 NS-Opfern verzeichnet. Bei weiterer Aufarbeitung der Geschichte können weitere Namen aufgenommen werden. Dieses Mahnmal ist genauso wenig fertig, wie die Geschichtsaufarbeitung jemals abgeschlossen sein kann, sagt Rechtsanwalt Hartmut Kilger, DAV-Präsident, bei der Einweihung.
Kilger weiter: Bei allem ist uns durchaus bewusst, dass Anwälte nicht nur Opfer, sondern auch Täter waren. Mit dem Mahnmal will der Deutsche Anwaltverein den Opfern ein Zeichen setzen und gleichzeitig die Diskussion und Aufarbeitung des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte anstoßen.
Mit diesem Ort sollte heute daran erinnert werden, dass Recht nur dann als Grundlage des Zusammenlebens dienen kann, wenn es grundrechtsorientiert ist. Es müsse immer neu entdeckt, erdacht, geformt und aktiv verteidigt werden.
Die Opfer, die auf der Tafel genannt sind, erinnern uns daran, dass nur ständige Wachsamkeit Gewähr dafür ist, dass das Recht vom schmalen Grat, auf dem es immer wieder wandelt, nicht erst unmerklich abkommt und dann unwiederbringlich abstürzt, so Kilger weiter.
Für das Gedenken hat der DAV einen Ort mit einem besonderen Konzept geschaffen: Im Innenhof des DAV-Hauses in Berlin steht eine Plastik, eingebettet in einen eigens dafür gestalteten Garten. Zentral von allen Seiten einsehbar steht die Plastik. Wie Buchseiten drehen sich große Flügel aus Metall um eine feststehende Achse.
Im DAV-Haus gibt es eine Dokumentation mit weiteren biographischen Angaben zu den Namen und mit einem Hinweis, auf welcher Tafel der Plastik sich der jeweilige Name wiederfindet.
Der Ort ist über einen Durchgang über die Voltairestraße öffentlich zugänglich. Die künstlerische Gestaltung erfolgte durch die in Münster lebende Künstlerin Gro Lühn. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch Dr. Simone Ladwig-Winters.
Bei der Einweihung, an der zahlreiche Repräsentanten aus Gesellschaft und Politik sowie der Anwaltschaft und der Justiz teilgenommen haben, sprachen neben dem DAV-Präsidenten auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland Charlotte Knobloch, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sowie die Justizsenatorin in Berlin Gisela von der Aue.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV)
Swen Walentowski, Pressesprecher
Littenstr. 11, 10179 Berlin
Telefon: (030) 7261520, Telefax: (030) 726152190
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