Pressemitteilung | Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA)
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Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt zur aktuellen Ausbildungssituation: Ermutigende Zwischenbilanz – jetzt frühe Chancen statt teurer Reparaturmaßnahmen gefragt

(Berlin) - Mehr Jugendliche in Ausbildung und ausreichend Ausbildungsplätze und Einstiegsqualifikationen für die Nachvermittlung der jetzt noch Ausbildungssuchenden bis zum Jahresende – das ist eine ermutigende Zwischenbilanz, stellte Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt heute (11. Oktober 2006) in Berlin fest. Das Engagement aller Partner des Ausbildungspakts schlägt sich in diesem Ergebnis ebenso nieder wie die anziehende Konjunktur.

Allerdings verlassen zu viele Jugendliche die Schule ohne die notwendige Ausbildungsreife und münden, oft nach abgebrochenen Ausbildungen, in wenig effektiven Maßnahmen. Hier hat sich eine beträchtliche Bugwelle an Jugendlichen ohne echte Beschäftigungsperspektiven gebildet. Damit dürfen wir uns nicht abfinden.

Die Schule muss besser auf die Ausbildung vorbereiten. Seit PISA wurde einiges getan, etwa durch die Einführung von Bildungsstandards. Diese müssen jetzt flächendeckend umgesetzt und durch eine stärkere individuelle Förderung der Schüler ergänzt werden. Auch die Berufsorientierung an den Schulen muss intensiviert werden. Schüler müssen wissen, welche Berufe es gibt und was sie erwartet. Im Rahmen des SCHULEWIRTSCHAFT-Netzwerks der Arbeitgeber vermitteln wir jeder interessierten Schule einen Partnerbetrieb.

Leistungsschwächere Jugendlichen müssen frühzeitig, schon in der Schule, konsequent auf eine Ausbildung vorbereitet werden. Das bewährte Modell der Praxis- bzw. Kooperationsklassen, die Lernen in der Schule mit Praxisphasen im Betrieb verknüpfen, muss insbesondere an den Hauptschulen flächendeckend eingeführt werden. Reale Arbeitserfahrung wirkt auf oft schulmüde Jugendliche motivierend und damit lernfördernd. Mit den Betriebskontakten steigen die Chancen der Jugendlichen auf einen Schulabschluss und eine Lehrstelle. Die Gefahr eines späteren Ausbildungsabbruchs sinkt.

Betriebe, die leistungsschwächere Jugendliche in Berufsvorbereitung oder Ausbildung aufnehmen, dürfen mit dem zusätzlichen Aufwand nicht alleine gelassen werden. Durch eine Umorientierung der Förderpraxis der Bundesagentur für Arbeit wollen wir gemeinsam mit dem DGB hier mehr Unterstützung möglich machen: Betriebe sollen je nach Bedarf sozialpädagogische Begleitung, Nachhilfe, Sprachförderung und externes Ausbildungsmanagement von einem Anbieter ihrer Wahl abrufen können. Ausserdem soll es künftig auch finanzielle Eingliederungshilfen für leistungsschwache Jugendliche in betriebliche Ausbildung geben . Es ist nicht nachvollziehbar, warum heute ein Betrieb bei Einstellung eines ungelernten Jugendlichen für eine einfache Tätigkeit eine finanzielle Eingliederungshilfe bekommt, nicht aber für seine Ausbildung.

Mit diesen Schritten wird mehr erreicht als mit vielen teuren Reparaturmaßnahmen – mehr Chancen und Perspektiven für Jugendliche, mehr qualifizierten und motivierten Facharbeiternachwuchs für unsere Unternehmen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V. (BDA) Pressestelle Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: (030) 20330, Telefax: (030) 20331055

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