DAAD warnt vor Ende der Hochschulkooperationen in der Entwicklungszusammenarbeit
(Bonn) - Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) warnt vor den Folgen geplanter Kürzungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die internationale Hochschulzusammenarbeit. Nach den aktuellen Plänen des BMZ sollen bis 2031 alle DAAD-Programme zur Hochschulkooperation mit einer Ausnahme eingestellt werden. Zudem laufen Programme aus, die bislang aus Sonderinitiativen des BMZ gefördert werden. Im vergangenen Jahr förderte der DAAD die betroffenen Programme mit rund 25 Millionen Euro.
„Die Kürzungen bedrohen eine wichtige Säule der deutschen Außenwissenschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit: den strukturierten und nachweislich sehr erfolgreichen Einsatz unserer Hochschulen für deutsche Interessen durch Zusammenarbeit mit Partnern in den Ländern des Globalen Südens“, erklärte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee in Bonn. „Wer diese Hochschulkooperationen abbaut, spart zwar kurzfristig Geld, schwächt zugleich aber Deutschlands internationale Handlungsfähigkeit in Wissenschaft, Wirtschaft und bei der Fachkräftegewinnung. Die entstehenden Lücken weltweit werden andere Staaten wie China, möglicherweise auch Russland füllen – mit erheblichen Folgen für den Einfluss Deutschlands in den Ländern des Globalen Südens.“
Kürzungen treffen Hochschulpartnerschaften weltweit
Der DAAD befürchtet erhebliche Folgen für Hochschulpartnerschaften mit Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Bereits in diesem Jahr können von deutschen Hochschulen stark nachgefragte Projekte nicht erneut ausgeschrieben werden (SDG-Partnerschaften). In den Folgejahren laufen dann alle Hochschulkooperationsprogramme mit Ausnahme eines Alumni-Programms sowie die Programme aus BMZ-Sonderinitiativen, beispielsweise die sogenannten „Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen in Deutschland und Afrika“, aus. Bis 2031 wären rund 60 Hochschulen in Deutschland von der Beendigung der Programme betroffen.
Der DAAD fördert mit BMZ-Mitteln bislang Projekte deutscher Hochschulen mit Partnerhochschulen in den Ländern des Globalen Südens. Die Kooperationen arbeiten zu Zukunftsthemen wie Energieversorgung, Wassermanagement, Gesundheit, Digitalisierung oder Unternehmertum. Der DAAD fördert dabei die Entwicklung praxisnaher Studiengänge, den Ausbau gemeinsamer Forschung, die Ausbildung von Fachkräften sowie die Verbesserung des Managements von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. In den vergangenen fünf Jahren erreichten die vom DAAD geförderten Hochschulprogramme fast 120.000 Menschen in knapp 60 Ländern. Rund 450 Partnerhochschulen und -institutionen weltweit waren daran beteiligt.
Kooperationen schaffen Netzwerke und sichern Einfluss
„Viele globale Herausforderungen lassen sich nur in enger Zusammenarbeit mit Partnern im Globalen Süden bewältigen“, sagte Mukherjee. „Die Hochschulkooperationen schaffen dafür langfristige und internationale Netzwerke zwischen Hochschulen, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Wer den Zugang zu diesen wissenschaftlichen Netzwerken verliert, verliert auch wichtige Zugänge zu Innovationen, internationalen Partnern und Zukunftsmärkten.
“Deutschland konkurriere weltweit um Talente, Partner und wissenschaftliche Kooperationen, so der DAAD-Präsident. In geopolitisch aufgeladenen Zeiten und unter hohem systemischem Konkurrenzdruck brauche Deutschland stabile internationale Wissenschaftsnetzwerke. „Die Hochschulkooperationen fördern nicht nur die Entwicklungsmöglichkeiten in den Partnerländern, sondern stärken auch Deutschlands Interessen in Wissenschaft, Wirtschaft und Außenpolitik weltweit. Wir sollten daher gemeinschaftlich großes Engagement daran setzen, diese Netzwerke langfristig zu erhalten“, so Mukherjee weiter.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. (DAAD), Michael Flacke, Leiter(in) Pressestelle, Kennedyallee 50, 53175 Bonn, Telefon: 0228 8820
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