Deutsche Kinderhilfe befürwortet Obduktionspflicht für Todesfälle bei Kleinkindern / Bremen sollte Vorbild für alle Bundesländer sein
(Berlin) - Die Deutsche Kinderhilfe unterstützt ausdrücklich die Initiative der Bremer Gesundheitsbehörde, die Obduktionspflicht bei verstorbenen Kleinkindern einzuführen, denn die Dunkelziffer der nicht aufgeklärten Todesfälle könnte dadurch deutlich sinken.
Es geht bei der Obduktionspflicht darum, im Interesse sowohl der Kinder als auch der Eltern zweifelsfrei die Todesursache zu klären. Wenn dies zum Standard geworden ist und den Eltern entsprechend vermittelt wird, handelt es sich weder um eine Stigmatisierung noch einen Generalverdacht. Rechtsmediziner sind schlichtweg besser qualifiziert, die Todesursache bei Kindern exakt festzustellen.
Es ist Fakt, dass viel zu wenige Kinder obduziert werden und Fälle von tödlichen Misshandlungen dadurch nicht aufgeklärt werden. Für etwaige in der Familie lebende Geschwisterkinder oder später geborene Kinder ist daher auch aus präventiven Gründen die Obduktionspflicht zu begrüßen. Auch für die Eltern ist die Gewissheit, woran ihr Kind genau gestorben ist, eine Entlastung und Hilfe bei der Bewältigung eines so schweren Schicksalsschlages.
Zurzeit stellen Pädiater und häufig Notärzte aufgrund der belastenden Situation mit trauernden Eltern zu leichtfertig Totenscheine aus, ohne die pädiatrischen Besonderheiten - gerade etwa bei Schütteltraumata - zu beachten. Eine diffuse Diagnose lautet dann häufig "plötzlicher Kindstod". Unabdingbar ist daher, dass das geplante Gesetz zusätzliche Mittel für mehr pädiatrisch qualifizierte Rechtsmediziner vorhält.
"Die geplante Regelung ist uneingeschränkt zu begrüßen", so der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe RA Georg Ehrmann. "Kinderschutz beginnt beim Kind und nicht bei den Eltern - es ist daher im Interesse einer Verbesserung des Kinderschutzes wünschenswert, dass mehr Bundesländer dem Beispiel Bremens folgen".
Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Julia Gliszewska, Sprecherin des Vorstandes
Schiffbauer Damm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 24342940, Telefax: (030) 24342949
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- PKS 2026 Hohe Fallzahlen, schwächere Ermittlungen – Bundesinnenminister Dobrindt und BKA-Chef bestätigen Sorge der Deutschen Kinderhilfe
- EU-Entscheidung lässt Kinder im Stich – Jetzt sofort Anschlusslösung sichern!
- Wegfall zentraler Aufdeckungssysteme schwächt Bekämpfung sexualisierter Gewalt im Netz
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen



