Deutscher Tierschutzbund weist am Internationalen Tag der biologischen Vielfalt auf den Rückgang der Arten hin
(Bonn) - Kommenden Freitag (22. Mai 2009) erinnert der Internationale Tag der biologischen Vielfalt die Staatengemeinschaft an ihre Verantwortung, die Artenvielfalt zu erhalten sowie Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume zu schützen. So lautet das Ziel des Übereinkommens, welches 1992 bei der Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro ausgehandelt wurde. Im Widerspruch dazu steht die weltweit immer noch fortschreitende Zerstörung von Lebensräumen und Arten durch den Menschen. Der Deutsche Tierschutzbund macht zum Tag der biologischen Vielfalt darauf aufmerksam, dass auch in Deutschland zahlreiche Tierarten bedroht sind.
Neben dem Klimawandel und der Zerschneidung und Versiegelung der Landschaft gilt die industrielle Landwirtschaft als einer der Hauptgründe für den Artenschwund in Deutschland. Die intensive Nutzung von Äckern und Grünland, der massive Einsatz von Pestiziden sowie der sofortige Umbruch abgeernteter Felder und die Bodenverdichtung durch schwere Maschinen machen vielen Tierarten das Leben schwer, beklagen die Tierschützer. Geeignete Lebensräume für bestimmte Tierarten seien immer seltener zu finden, da Hecken, Ackerrandstreifen und kleine Gewässer fehlten. Neben Amphibien und Reptilien seien auch viele Schmetterlingsarten sowie Säugetiere, wie der Feldhamster, in ihrem Bestand zurückgegangen. Fast jede achte heimische Vogelart droht nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes aus Deutschland zu verschwinden, angefangen vom seltenen Kiebitz bis hin zu einstigen "Allerweltsarten" wie dem Feldsperling.
Die Tierschützer fordern deshalb eine konsequente Umsetzung der deutschen und europäischen Biodiversitätsstrategie. Die hohen Fördersummen für die Landwirtschaft müssten auch dem Tier- und Naturschutz zugute kommen. Eine Ausweitung des ökologischen Landbaus, eine art- und tiergerechte Nutztierhaltung, der Verzicht auf Gentechnik in der Landwirtschaft, sowie die Schaffung und der Schutz von Biotopen seien notwendig, um die biologische Vielfalt und naturnahe Landschaften zu erhalten. Die vom Menschen agrarisch genutzte Fläche müsse wieder ein Lebensraum mit hoher Umweltqualität werden.
Jeder landwirtschaftliche Betrieb könne zudem durch einfache Maßnahmen wichtige Beiträge zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Dies käme nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen zugute, so der Verband in Bonn.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Pressestelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640
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