Ethische Fragen zum autonomen Fahren gemeinsam beantworten
(Berlin) - Die meisten Unfälle im Straßenverkehr verursacht der Mensch. Eine bessere Sensorik und Computer im Auto sollen künftig viele Fehler verhindern. Doch wenn Algorithmen übernehmen, wirft das neue Fragen auf: Wie entscheidet das Auto, wenn es im schlimmsten Fall um Leben und Tod geht? Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert einen breiten gesellschaftlichen Dialog - und nicht nur einen Austausch zwischen Industrie und Wissenschaft, wie von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geplant.
Die vom Verkehrsminister angekündigte Ethikkommission soll Leitlinien für Algorithmen entwickeln, die die Fahrzeugreaktion in kritischen Situationen bestimmen. Beteiligt werden sollen an der Kommission allerdings nur Wissenschaft, Automobilindustrie und Digitalwirtschaft, kritisiert der vzbv.
"Der Autopilot kann künftig menschliche Fehler verhindern, muss aber auch für schwierige Entscheidungen gerüstet sein. Hier ist der Mensch gefragt. Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Dialog darüber, welchen Weg das Auto in kritischen Situationen einschlägt", sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.
Wünsche und Bedenken der Verbraucher einbeziehen
Der Verband begrüßt grundsätzlich die Einrichtung einer Ethikkommission. Aber nur indem auch die Zivilgesellschaft in ein solches Gremium eingebunden werde, ließe sich mehr Akzeptanz unter Verbraucherinnen und Verbrauchern gewinnen. Noch haben mehr als zwei Drittel der Verbraucher (69 Prozent) Bedenken gegenüber dem automatisierten Fahren, wie eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des vzbv zeigt.
In einem Schreiben hat der vzbv den Bundesverkehrsminister aufgefordert, die Ethikkommission eng mit dem Runden Tisch Automatisiertes Fahren des Bundesverkehrsministeriums zu vernetzen. Dieser diskutiere ebenfalls bereits ethische und gesellschaftliche Fragen. Doppelarbeit müsse vermieden, Expertise genutzt werden. Am Runden Tisch sitzen Vertreter von Bundesministerien, Behörden des Bundes, Bundesländern, Industrieverbänden, Technischen Überwachungsvereinen, Nutzerverbänden, der Versicherungswirtschaft sowie einschlägigen Forschungseinrichtungen.
Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Pressestelle
Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin
Telefon: (030) 258000, Fax: (030) 25800218
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