GEW drängt auf mehr Dampf bei Verhandlungen / Bildungsgewerkschaft zur Tarifrunde Länderentgeltordnung für Lehrkräfte
(Berlin) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erwartet von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), bei den Verhandlungen über eine neue Entgeltordnung (L-ego) für Lehrkräfte "einen Zahn zuzulegen". Ohne konkretes Ergebnis sind die Gespräche von GEW und dbb Tarifunion mit den Arbeitgebern gestern (27. Januar 2010) in Berlin zu Ende gegangen. "Wir kommen bei den Verhandlungen nur kleinstschrittig voran. Die Lehrkräfte erwarten jedoch endlich Ergebnisse: Die Unzufriedenheit über den schleppenden Verhandlungsverlauf in den Kollegien nimmt zu", betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Mittwoch (27. Januar 2010) nach Verhandlungsende. Sie machte deutlich, dass die Lehrkräfte seit 2006 nur vorläufig in das neue Entgeltsystem des Tarifvertrages der Länder (TV-L) einsortiert worden seien. "Seit diesem Zeitpunkt eingestellte Lehrkräfte haben gegenüber dem alten Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) zum Teil große Einkommensverluste hinnehmen müssen. Sie erwarten zu Recht, dass es bei einer neuen Eingruppierung deutliche Nachbesserungen gibt."
Bei den Gesprächen in Berlin seien die Auswirkungen des EU-Rechts auf das deutsche Tarifrecht geprüft worden, erklärte Schaad. Die GEW vertrete die Auffassung, dass die EU-Richtlinien auch für Lehrkräfte gelten, die in Deutschland ausgebildet worden sind. Diese dürften nicht schlechter gestellt werden als Lehrkräfte, die ihre Qualifikation in anderen EU-Staaten erworben haben. Die Bildungsgewerkschaft sieht direkte Wirkungen der europäischen Regelungen beispielsweise mit Blick auf die Forderung nach gleicher Bezahlung bei gleicher Qualifikation, der Anerkennung von Berufserfahrung bei der Eingruppierung der Lehrkräfte oder dem Recht auf Nachqualifikation.
Info: Der nächste Verhandlungstermin zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ist der 17./18. Februar in Berlin. Bei den Verhandlungen werden die Folgen des Bologna-Prozesses, der Entwicklung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, mit Blick auf die Ausbildung von Lehrkräften unter die Lupe genommen.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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