GEW fordert Bundesgesetz für Hochschulzulassung / Bildungsgewerkschaft zum drohenden Zulassungs-Chaos bei Studienplatzvergabe
(Frankfurt am Main) - Für ein Bundesgesetz zur Regelung der Hochschulzulassung hat sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgesprochen. "Die Hochschulen sind mit der dezentralen Steuerung der Hochschulzulassung offensichtlich überfordert: Studienbewerbern droht im Herbst erneut ein Zulassungs-Chaos, wenn sie sich an den Hochschulen einschreiben wollen", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne mit Blick auf die heutige (27. Januar 2009) Sondersitzung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Das Kompromissmodell, auf das sich Kultusminister, Hochschulen und die Dortmunder Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) im vergangenem Sommer nach mehrjährigem Streit verständigt hatten, kann auch zum Wintersemester 2009/2010 nicht starten. Die Folge: Da sich viele junge Menschen an mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben, bleiben am Ende viele Studienplätze unbesetzt. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Ansturms junger Menschen auf viel zu wenige Studienplätze sei das unverantwortlich, kritisierte der GEW-Vorsitzende.
Thöne erinnerte daran, dass der Bund auch nach der Föderalismusreform eine Bundeskompetenz zur gesetzlichen Regelung der Hochschulzulassung besitze. "Die Politik darf nicht länger zuschauen, wie die Hochschulen und Länder ihr Kompetenzgerangel auf Kosten der Zukunftschancen junger Menschen austragen. Wir brauchen jetzt ein Bundesgesetz zur einheitlichen Regelung der Hochschulzulassung. In Studiengängen, in denen Plätze knapp sind, müssen diese zentral vergeben werden können. Es darf nicht der Entscheidung jeder einzelnen Hochschule überlassen werden, ob sie sich an einem zentralen Verfahren beteiligt oder nicht", verlangte der GEW-Vorsitzende. Darüber hinaus müssten sich Bund und Länder endlich auf einen leistungsfähigen "Hochschulpakt II" verständigen, um ausreichend Studienplätze zu schaffen und so den Numerus clausus (NC) zu überwinden. Deutschland brauche in Zukunft nicht weniger, sondern deutlich mehr wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte.
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