GEW kündigt Warnstreiks und Aktionen an / Arbeitgeber lehnen Forderungen der Bildungsgewerkschaft ab
(Berlin) - Warnstreiks im Westen und Aktionen im Osten hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gestern (28. April 2010) in Berlin angekündigt. "Wir wollen endlich Schwung in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern bringen. Bei den angestellten Lehrkräften wachsen Unmut und Ungeduld: Im Gegensatz zu anderen Länder-Beschäftigten haben sie keinen Tarifvertrag, der ihr Einkommen regelt,", betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Die Lehrkräfte seien mit dem schleppenden Verlauf der Verhandlungen sehr unzufrieden.
Schaad machte aber auch deutlich, dass die Gewerkschaftsaktivitäten keinen Abbruch der Gespräche bedeuteten.
Bei den Verhandlungen in Berlin hatte die GEW noch einmal auf eine Positionierung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Grundsatzfragen gedrungen. "Die Arbeitgeber sind jedoch weiter nicht bereit, wissenschaftlich ausgebildete Lehrkräfte genau so zu bezahlen wie andere Akademiker im öffentlichen Dienst. Obwohl auf Master-Abschlüsse umgestellt wird, sollen Lehrkräfte weiter schlechter behandelt werden. Grundschullehrer etwa sollen weiter abgehängt bleiben. Dabei ist längst klar, dass die Grundschulbildung zentrale Bedeutung für Schulerfolg und weiteren Lebensweg der Kinder hat", sagte Schaad. "Die Gewerkschaften wollen eine tarifliche Lösung für alle angestellten Lehrkräfte. Ausbildung und Tätigkeit müssen die entscheidenden Kriterien für die Eingruppierung sein. Zudem dürfen Ost-Lehrkräfte nicht länger gegenüber den in den westlichen Bundesländern Ausgebildeten benachteiligt werden.Das weisen die Arbeitgeber zurück."
Mit Blick auf den wachsenden Lehrermangel sei die TdL gut beraten, auf attraktive Arbeitsbedingungen und gute Bezahlung der Lehrkräfte zu setzen, unterstrich die GEW-Verhandlungsführerin: "Nur so gewinnen wir mehr junge Menschen für diesen Beruf."
Info: Warnstreiks und Aktionen der Lehrkräfte sind in der Zeit vom 3. bis 7. Mai geplant. Aktivitäten finden in fast allen Bundesländern statt. Ab Donnerstag (29. April 2010) finden Sie alle Aktions-Infos auf der GEW-Website unter: http://www.gew.de/Laender_Entgeltordnung.html.
Die GEW hat die Verhandlungsführerschaft bei der Tarifrunde für eine Länderentgeltordnung (L-ego) für Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen. In Deutschland gibt es gut 200.000 angestellte Lehrkräfte.
Die L-ego-Verhandlungen werden am 27./28. Mai in Berlin fortgesetzt.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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