IHK-Konjunkturbefragung: Erwartungen der oberfränkischen Wirtschaft im Keller
(Bayreuth) - Die weltweite Wirtschaftskrise hat die oberfränkischen Unternehmen endgültig erreicht, die Stimmungslage der Wirtschaft hat sich zum Jahreswechsel deutlich verschlechtert. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth. Während die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage noch moderat ausfällt, rutschen die Zukunftseinschätzungen in den Keller. Demnach beurteilen 24 Prozent der befragten Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage gut, 25 Prozent negativ. Für die kommenden 12 Monate erwarten jedoch nur noch 16 Prozent der befragten Unternehmen eine Verbesserung der Geschäftslage, 35 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Der Konjunkturklimaindikator fällt im Vergleich zum Herbst auf 89,6 Punkte. Von der Wirtschaftskrise betroffen sind derzeit vor allem die oberfränkische Industrie und die Transportwirtschaft. Ein positives Bild der derzeitigen Geschäftslage malen dagegen die Dienstleister und die Tourismuswirtschaft.
Die IHK-Konjunkturbefragung zeigt, dass die Lage schwierig ist. 2009 hat mit einer Rezession begonnen, ein Grund zur Panik besteht jedoch nicht. Immerhin beurteilen zum Jahresbeginn 2009 noch immer 75 Prozent der befragten oberfränkischen Unternehmer ihre eigene Lage als "gut" (24 Prozent) oder zumindest "befriedigend" (51 Prozent). "Zwischen 2001 und 2003 wurde die Lage deutlich schlechter eingeschätzt - und auch diese Talsohle hat die Wirtschaft in Oberfranken überstanden", so Wolfram Brehm, Leiter des Bereichs Standortpolitik bei der IHK für Oberfranken Bayreuth.
"Besonders augenfällig ist die negative Lageeinschätzung der Industrie, dem Rückgrat der oberfränkischen Wirtschaft", so Brehm. "38 Prozent der befragten Industriebetriebe beurteilen die eigene Geschäftslage negativ, im Herbst waren dies nur 18 Prozent - ein heftiger Einbruch." Im Vergleich zum Herbst 2008 ist das Auftragsvolumen bei über 60 Prozent der oberfränkischen Industriebetriebe gesunken. Negative Rückmeldungen kommen aus fast allen Industriebereichen, insbesondere jedoch aus den Branchen, die vom Automobilbau abhängig sind. Dies betrifft Oberfranken als ausgewiesene Kfz-Zulieferregion in besonderer Weise.
Zukunftserwartung: IHK warnt vor Kaffeesatzleserei
Die aktuelle Lage ist selbst für Laien leicht als "schwierig" einschätzbar, doch die Frage nach der Zukunft überfordert derzeit alle Experten. "Niemand kann zum heutigen Tag seriös vorhersagen, wie sich das Jahr 2009 konjunkturell entwickeln wird. Längerfristige Vorhersagen haben viel von Kaffeesatzleserei", warnt der IHK-Experte.
Der Blick in die Zukunft ist laut IHK-Konjunkturbefragung durchgängig in allen Branchen trübe, 35 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage. Auch hier liefert die Industrie mit 46 Prozent den deutlichsten Negativwert. Insbesondere das Auslandsgeschäft ist deutlich ins Stocken geraten: 48 Prozent der befragten oberfränkischen Industriebetriebe befürchten ein schlechteres Exportgeschäft. Über alle Branchen hinweg gehen 43 Prozent der Unternehmen von einem abnehmenden Auslandsgeschäft aus. Auch die Investitionsneigung ist deutlich rückläufig. Zu erwarten sind aufgrund dieser Rahmendaten auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Oberfranken.
Dr. Wagner: "Mut und Zuversicht"
"Vor dem Hintergrund der unsicheren Entwicklung der Weltkonjunktur müssen jedoch auch die Zukunftserwartungen in Oberfranken maßvoll beurteilt werden", so Brehm. Wirtschaft sei zu einem Gutteil Psychologie, gerade wenn es um die Erwartungen, die Hoffnungen und Ängste, eben um die Zukunft gehe.
Am Ende bleibt die Psychologie, die das Konsumverhalten der Verbraucher in gleicher Weise beeinflusst, wie die Investitionsneigung des Unternehmers. Hier braucht es Mut und Zuversicht, die auch IHK-Präsident Dr. Wolfgang Wagner beim diesjährigen IHK-Neujahrsempfang einforderte: "Wer finanziell einigermaßen gut aufgestellt ist, ein gutes Produktprogramm hat, seine Kosten in Schach und Proportion hält und den Nutzen für seine Kunden ständig erhöht, dürfte sicherlich über die nächsten schwierigen Monate hinwegkommen." Er schätze die oberfränkischen Unternehmer aller Branchen für sehr tüchtig, bodenständig und mit hohem Augenmaß ausgestattet ein. "Dies sind gute Voraussetzungen für die Zukunft", so Präsident Dr. Wagner.
Quelle und Kontaktadresse:
Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth (IHK)
Pressestelle
Bahnhofstr. 23-27, 95444 Bayreuth
Telefon: (0921) 886-0, Telefax: (0921) 886-9299
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