Pressemitteilung | Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) - Hauptgeschäftsstelle

Klimaschutz durch Umsteigen auf Busse und Bahnen

(Köln) - Drei Viertel der Bürger wünschen mehr Nahverkehrs-Investitionen 86 Prozent der Deutschen sagen: Busse und Bahnen sind wichtig für den Klimaschutz. Dies hat eine repräsentative forsa-Umfrage zum Klimaschutz ergeben. Und fast drei Viertel der Bevölkerung (72 Prozent) findet, dass aus Gründen des Klimaschutzes mehr in Busse und Bahnen investiert werden sollte. Günter Elste, Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), erklärte hierzu: „Die Verbandsmitglieder vermissen, dass sich diese Erkenntnisse gleichermaßen bei den politischen Entscheidungsträgern durchsetzen.“ Vielmehr sei der öffentliche Verkehr in den letzten Jahren zur Haushaltskonsolidierung benutzt worden, indem allein die Regionalisierungsmittel des Bundes um 3,3 Milliarden Euro bis 2010 gekürzt worden seien. Die Verkehrsunternehmen hätten alles getan, dass es nach diesen Kürzungen nicht zu einschneidenden Konsequenzen auf das Verkehrsangebot gekommen sei.

„Jetzt muss es darum gehen, durch verstärktes Umsteigen auf Busse und Bahnen die CO2-Emissionen zu reduzieren“, betonte Elste. Die Linienbusse im VDV würden bei einer durchschnittlichen Auslastung rund 2,0 Liter Dieselkraftstoff pro 100 km und Fahrgast verbrauchen, erläuterte Elste. Demgegenüber betrage der Durchschnittsverbrauch aller Pkws heute noch etwa 6,6 Liter pro 100 km und Fahrgast bei einem mittleren Besetzungsgrad eines Pkws mit 1,2 Personen. In der Verkehrsspitze würden Linienbusse im Stadtverkehr sogar weniger als einen halben Liter Dieselkraftstoff pro 100 km und Fahrgast benötigen. Für die spezifischen CO2-Emissionen pro Fahrgast bedeutet dies, dass jeder, der in der Rush-Hour anstelle des Autos den Linienbus nimmt, mehr als 90 Prozent CO2 vermeidet.

Das Mitglied des UN-Klimarates, Prof. Dr. Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg, sieht den öffentlichen Personennahverkehr als eine der Hoffnungen des Klimaschutzes. Der Klimawandel passiere deutlich schneller als wir bisher gedacht haben. Es verbleibe nicht mehr viel Zeit zu handeln: „Bis 2015 – also in acht Jahren – müssen wir den Trend gebrochen haben“, betonte Hohmeyer. Er verwies beispielsweise darauf, dass sie Erwärmung in der Arkti doppelt so hoch sei wie im Weltdurchschnitt. Wenn die Temperatur um drei Grad Celsius steige, würde das schmelzende Eis auf dem Festland in Grönland dazu führen, dass der Wasserspiegel der Ozeane um sieben Meter ansteige. Der Anteil des Verkehrs an den Treibhausgasen in Deutschland habe im Jahr 2000, betonte Hohemeyer, schon 19 Prozent betragen mit deutlich steigender Tendenz. Das Umsteigen auf Busse und Bahnen könne so bei der Vermeidung der schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen.

Die Bürger würden zunehmend erkennen, dass jeder Einzelne mit Umsteigen auf Busse und Bahnen zum Klimaschutz beitragen kann, stellte Elste erfreut fest. Dies werde durch die Forsa-Umfrage eindrucksvoll bestätigt: „Immerhin 15 Prozent der Bundesbürger haben angegeben, dass sie jetzt viel häufiger ( 5 Prozent) oder häufiger (10 Prozent) Busse oder Bahnen nutzen.“ Diese erfreuliche Entwicklung erfordere stärkere Investitionen in den öffentlichen Verkehr. „Der Beschluss, die Investitionsförderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in den nächsten Jahren auslaufen zu lassen, muss unbedingt rückgängig gemacht werden“, forderte der VDV-Präsident. Nur mit einem attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Verkehr sei Klimaschutz möglich. Der öffentliche Verkehr sei der Mobilitätspartner für Klimaschutz, resümierte der Präsident abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Pressestelle Kamekestr. 37-39, 50672 Köln Telefon: (0221) 57979-0, Telefax: (0221) 514272

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